Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Interdisziplinäre S3-Leitlinie zum kolorektalen Karzinom, Anhang 5: Krankenhausletalität

Interdisziplinäre S3-Leitlinie
Autor/en: Th. Junginger, W. Lorenz (Hrsg.)
Letzte Änderung: 07.04.2004

Die Letalität nach elektiver Operation von Patienten mit Kolon- und Rektumkarzinom beträgt nach den neueren Untersuchungen unter 5% [Staib L 2002]. Mit Zunahme des Alters und damit auch der Begleiterkrankungen kann das Risiko des Elektiveingriffs auf über 5% ansteigen. Bei Notfalleingriffen erhöht sich die Letalität am stärksten, wobei hierfür weniger chirurgische Komplikationen als die vorhandene Comorbidität verantwortlich sind. In einer flächendeckenden Studie aus den USA ergab sich für die Letalität des Kolonkarzinoms 2,8% (622/22.408). Signifikant ungünstig beeinflussten die Letalität zunehmendes Alter, männliches Geschlecht, Comorbiditäten, die Dringlichkeit der Operation sowie das Operationsvolumen der Klinik und des Operateurs, wobei der Einfluss des Operationsvolumens vergleichsweise schwach war [Ko CY 2002]. Beim Rektumkarzinom unterscheidet sich die Letalität zwischen tiefer anteriorer Rektumresektion und abdomino-perinealer Exstirpation nicht (2,1% vs 2,8% [Marusch F 2003] ). Allerdings ist die Morbidität nach abdomino-perinealer Exstirpation infolge der höheren Rate perinealer Wundheilungsstörungen erhöht (Anhang 10).

Eine präoperative Radio(chemo-)therapie hat vermutlich allenfalls einen marginalen Effekt auf die postoperative Letalität (3% alleinige Chirurgie vs 4% Chirurgie nach Strahlentherapie [Swedish Rectal Cancer Trial 1997] ).

Als Qualitätsparameter kann der Anteil von Patienten gelten, die während des stationären Aufenthalts, unabhängig von dessen Dauer, nach konventioneller Operation (ohne lokale Exzision) versterben. Der Anteil sollte für elektiv durchgeführte Operationen unter 5% betragen.

Literaturreferenzen:

  • Ko CY, Chang JT, Chaudhry S, Kominski G.
    Are high-volume surgeons and hospitals the most important predictors of in-hospital outcome for colon cancer resection?
    Surgery. 2002;132(2):268-73. PM:12219022
    [Medline]


  • Marusch F, Koch A, Schmidt U, Pross M, Köckerling F et al.
    Stellenwert der Rektumexstirpation im Therapiekonzept des tief sitzenden Rektumkarzinoms.
    Chirurg 2003;74:341-352. PM:12719876
    [Medline]


  • Staib L, Link KH, Blatz A, Beger HG.
    Surgery of colorectal cancer: surgical morbidity and five-and ten-year results in 2400 patients - monoinstitutional experience.
    World J Surg 2002;26:59-66. PM:11898035
    [Medline]


  • Swedish Rectal Caner Trial.
    Improved survival with preoperative radiotherapie in resectable rectal cancer.
    N Engl J Med 1997;336:980-987. PM:9091798
    [Medline]


Leitlinie "Kolorektales Karzi-
nom: Prävention, Diagnostik und Therapie 2004"; im Auf-
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schaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten,
1. Oktober 2004, Update 2007. [Mehr]
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