Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Morbus Hodgkin beim Erwachsenen: Nachsorge

Autor/en: B. Klimm, K. Behringer, A. Engert
Letzte Änderung: 16.09.2004

Etwa 2/3 aller Rezidive treten in den ersten 2,5 Jahren, über 90% in den ersten 5 Jahren nach Therapie auf. Daher ist insbesondere in den ersten drei Jahren eine intensive Nachsorge notwendig. In den darauf folgenden Jahren sollte besonders auf das Auftreten von Sekundärneoplasien geachtet werden. Der Patient sollte auf Selbsthilfegruppen hingewiesen werden.

Der Patient sollte im ersten Jahr nach Therapieende nach 3, 6 und 12 Monaten nachgesorgt werden, im 2.-4. Jahr alle 6 Monate und ab dem 5 Jahr jährlich.

Die Nachsorgeuntersuchung umfasst einen Patientenbericht über die Zeit seit der letzten Untersuchung, insbesondere:

  • B-Symptome und körperliche Veränderungen,
  • klinische Untersuchung,
  • Laboruntersuchungen (Blutbild, BSG, Albumin, LDH),
  • Röntgen-Thorax oder CT ( CT-Untersuchungen sind nach dem definitiven Restaging nicht mehr als Routineuntersuchung vorgesehen, sofern eine Komplettremission erreicht wurde. Bei Verdacht auf ein Rezidiv sollten selbstverständlich alle notwendigen Untersuchungen (einschließlich CT -Bildgebung) durchgeführt werden),
  • Sonographie des Abdomens,
  • verdächtige Lymphknoten sollten histologisch untersucht werden,
  • Skelettszintigraphie, Knochenmarkbiopsie und weitergehende Diagnostik werden nur bei klinischem Verdacht durchgeführt. Wichtig ist die engmaschige Verlaufskontrolle einer residualen Auffälligkeit, die zuvor als Narbengewebe eingestuft wurde,
  • weitere Untersuchungen zur Toxizitätsüberwachung sind vor allem dann angezeigt, wenn während der initialen Therapie oder im Verlauf entsprechende Auffälligkeiten vorlagen. Weiterführende kardiologische Diagnostik (z.B. Langzeit-EKG, transösophageale Echokardiographie) bei auffälligem EKG und/oder Echokardiogramm, Lungendiagnostik, Schildrüsendiagnostik.

Nota Bene: Die oben genannten Therapieempfehlungen beziehen sich auf erwachsene Patienten ab etwa dem 18. Lebensjahr. Jüngere Patienten sollten gemäß den Empfehlungen der Pädiatrischen-Hodgkin-Studie (siehe Adressen) in Deutschland behandelt werden. Patienten mit vorgeschädigten Organen sollten individuell angepasste Dosen und Schemata erhalten.

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