Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Therapie des Mammakarzinoms: Kriterien der Erfolgsbeurteilung

Autor/en: A.C. Regierer, K. Possinger
Letzte Änderung: 17.10.2005

Remissionsbeurteilung (WHO/UICC-Kriterien)

Zur Beurteilung des Therapieerfolges sind folgende Kriterien und Begriffe gebräuchlich:

  • CR (complete remission): vollständige (komplette) Remission. Durch klinische und technische, auch invasive Untersuchungsmethoden sowie aufgrund von Labordaten darf kein Indikator für das Vorhandensein von Tumormasse mehr positiv sein. Zweimalige Dokumentation im Abstand von 4 Wochen ist erforderlich.
  • PR (partial remission): Teilremission Reduktion der Tumormasse um mindestens 50%. Zur Messung dieser Tumorreduktion eignen sich am besten die Produkte der 2 größten senkrecht aufeinander stehenden Durchmesser lokal abgrenzbarer Metastasen. Zur Erfüllung dieser Kriterien der Teilremission muss die 50%ige Tumorreduktion mindestens 1 Monat anhalten.
  • NC (no change): Stillstand des Tumorwachstums, Stabilisierung. Abnahme der Tumormasse um weniger als 50% oder Zunahme um weniger als 25% (Messkriterien wie unter PR).
  • PD (progressive disease): Progression, Therapieversagen. Zunahme der Tumormasse um mehr als 25% und/oder Auftreten neuer Tumormanifestationen entweder schon ab Beginn der therapeutischen Maßnahmen (primäre Progression = PPD) oder im späteren Verlauf nach vorübergehender Tumorregression (= PD).

Individueller Therapieerfolg

Zur Bewertung des individuellen Erfolges systemischer Behandlungsmaßnahmen sind neben den rein messtechnischen Bewertungskriterien - z.B. Remissionsquoten, Remissionsdauer, Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung, Bestimmung der Überlebenszeit - besonders die Toxizität der Behandlung und die Beeinflussung der Befindlichkeit der Patientinnen zu berücksichtigen. Zur Erfassung dieser Kriterien wurden spezielle Dokumentationsbögen von der WHO und der EORTC erarbeitet.

Brunner-Score zur Bewertung des individuellen therapeutischen Nutzens

Um den individuellen Wert einer Therapie besser abschätzen zu können, wurde von Brunner ein Score-System entwickelt, das wir zur Erleichterung der Bewertung gering modifizierten: Vor Beginn einer jeden Behandlung wird das subjektive Befinden und eine etwaige Organbeeinträchtigung anhand von Befindens- und Toxizitätsbögen von der Patientin selbst beurteilt. Neben der Feststellung von Einzelkomponenten des Befindens und bestehender Organtoxizitäten wird auch eine zusammenfassende Gesamtbeurteilung abgegeben.
In monatlichen Abständen werden dann diese Befindens- und Toxizitätseinstufungen mit der Ausgangssituation verglichen. Befindensbesserungen werden mit Pluspunkten, Verschlechterungen und Toxizitäten mit Minuspunkten bewertet. Die jeweilige Punktzahl wird mit der Dauer der Zeit bis zur Behandlungsumsetzung verrechnet, wobei pro Woche ein Punkt vergeben wird. Je höher die erreichte Punktzahl ist, desto günstiger ist der individuelle Behandlungswert einzustufen.

Die Toxizitätserfassungsbögen für hormonelle und zytostatische Therapien entsprechen denen der EORTC und der WHO, wobei zusätzlich eine Gesamteinstufung der Toxizitätseinstufung erfragt wird. Die Lebensqualität wird anhand modifizierter LASA-(life analogue self assessment)Bögen, die psychische, physische und gesellschaftliche Komponenten berücksichtigen, erfasst. Auch hier wird schließlich eine zusammenfassende Befindensangabe erfragt.

Bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag"; Publikation als Buch: Deutscher Ärzte-Verlag  Deutscher Ärzte-Verlag
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