Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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1 WHO-Klassifikation hämatologischer Neoplasien mit Schwerpunkt indolente Lymphome - Kapitel 1.1: WHO-Klassifikation myeloischer und lymphatischer Neoplasien: Struktur und Kriterien

Autor/en: Harald Stein
Letzte Änderung: 30.04.2011

Die im Jahr 2001 veröffentlichte WHO-Klassifikation der myeloischen und lymphatischen Neoplasien ist die erste weltweite Konsensusklassifikation hämatologischer Tumoren [Jaffe et al. 2001]. Die WHO-Klassifikation basiert auf den Prinzipien, die für die 1994 publizierte Revised-European-American-Lymphoma-(REAL-)Klassifikation definiert wurden [Harris et al. 1994]. Diese Klassifikationen sind eine Konsensusliste mit hämatologischen Krankheitsentitäten, die Pathologen bei Anwendung von morphologischen, immunphänotypischen und genetischen Kriterien sowie klinischen Informationen mit hoher Reproduzierbarkeit diagnostizieren können. Die Mächtigkeit der genannten für die Diagnostik anzuwendenden Kriterien ist bei den verschiedenen hämatologischen Tumorentitäten nicht gleich. Die Analyse der Morphologie der Tumorzellen und deren Wachstumsbild sowie der Umfang und die Zusammensetzung der "beigemischten" oder verbliebenen normalen Zellen sind immer von grundsätzlicher Wichtigkeit. Allerdings gewinnt die Immunphänotypisierung der Tumorzellen immer mehr an Bedeutung. Analoges gilt auch für die Analyse genetischer Alterationen. Ohne genetische Informationen lassen sich viele hämatologische Tumoren gar nicht mehr verlässlich diagnostizieren. Dies trifft für die myeloischen Neoplasien mehr zu als für die malignen Lymphome. Ferner sind klinische Daten für die korrekte Diagnostik bei einer Reihe myeloischer und lymphatischer Neoplasien essenziell. Dies betrifft Werte des Blut- und Knochenmarkbildes sowie die anatomische Lokalisation als auch die anatomische Ausbreitung.

Auch die neue WHO-Klassifikation von 2008 [Swerdlow et al. 2008] stratifiziert die hämatologischen Tumoren, wann immer möglich, nach der zellulären Abstammung in:

  • Neoplasien myeloischer Herkunft
  • Neoplasien lymphatischer Herkunft
  • Neoplasien histiozytärer/dendritischer Herkunft

Innerhalb dieser Kategorien kommen für die Diagnosefindung ganz unterschiedliche morphologische, immunphänotypische, genetische und klinische Kriterien zur Anwendung.

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