Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Ätiologie der Mesotheliome

Autor/en: J.T. Hartmann, C. Bokemeyer
Letzte Änderung: 10.12.2002

Der seit den sechziger Jahren bestehende Verdacht eines engen Zusammenhangs zwischen einer inhalativen Asbestexposition und den malignen Mesotheliomen gilt heute als gesichert. Asbest als Arbeitsstoff war billig, resistent gegen Hitze und Chemikalien und mechanisch stabil. Es wurde in den Nachkriegsjahren dementsprechend häufig verwendet, und die Zahl der Berufe mit einer Asbestexposition war entsprechend groß.

Der Nachweis einer beruflichen Exposition gegenüber Asbest ist bei etwa 50% der Patienten zu erbringen. Das Pleuramesotheliom ist aus diesem Grunde innerhalb weniger Jahre zu dem mit Abstand am häufigsten "Berufskrebs" (Berufskrankheitsverordnung Ziffer 4105) geworden.
Als Nachweis gilt eine arbeitsmedizinisch dokumentierte Asbestexposition, der funktionelle, radiologische oder histologische Nachweis einer Asbestose (Asbestkörperchen bzw. Lungenfibrose) sowie das Vorliegen einer erhöhten Anzahl von Asbestfasern im lysierten Lungengewebe, die sogenannte "Veraschung".
Zwischen Asbestexpostion und Diagnose eines Mesothelioms vergehen im Median etwa 30 bis 35 Jahre. Symptomlose Pleuraplaques, Pleuraergüsse oder eine Asbestose gehen dem klinisch manifesten Malignom häufig voraus.

Als weitere Risikofaktoren für die Entstehung eines Mesothelioms werden die Strahlenbelastung, insbesondere durch Radon sowie der Nikotinkonsum diskutiert, ohne dass deren Einfluss bisher bewiesen werden konnte.

Mesotheliome_Pleuraplaques

Pleuraplaques bei Asbestose
(Archiv Prof. C. Claussen, Radiologische Klinik, Eberhard-Karls-Universität Tübingen)

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