Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Klinik und Therapie nichtpleuraler maligner Mesotheliome

Autor/en: J.T. Hartmann, C. Bokemeyer
Letzte Änderung: 10.12.2002

Malignes Mesotheliom des Peritoneums

Das maligne peritoneale Mesotheliom weist abweichend vom Pleuramesotheliom einige Besonderheiten auf.

Symptomatik

Die Symptomatik ergibt sich aus der veränderten Lokalisation mit häufigen Beschwerden im Bereich des Abdomens mit Schmerzen, Gewichtsabnahme, Zeichen der Behinderung der Magen-Darm-Passage, sowie eine Zunahme des abdominellen Umfangs.

Diagnostik

Bei der klinischen Untersuchung fällt Aszites sowie eine entweder diffus oder lokalisiert auftretende Verdickung des Peritoneums auf. Die Diagnosesicherung erfolgt unter den beim Pleuramesotheliom aufgezählten diagnostischen Schritten, mit der Abweichung, dass eine Laparoskopie oder letztendlich Laparotomie durchgeführt wird.

Therapie und Prognose

Die mediane Überlebenszeit von unbehandelten Patienten liegt in größeren Serien zwischen 4 und 12 Monaten. Meist ist eine kurative Operation wegen der diffusen Ausbreitung im Bereich des Bauchraums nicht möglich.
Erfolgversprechend erscheint, nachdem die alleinige Chirurgie und Bestrahlung enttäuschende Ergebnisse gezeigt hatten, der multimodale Ansatz von Operation, intravenöser und intraperitonealer Chemotherapie sowie Bestrahlung. Unter diesem intensiven Vorgehen sind hohe Remissionsraten und verlängerte Überlebenszeiten berichtet worden [Weissmann L 1988], die allerdings an größeren Patientenkollektiven in ihrer Wertigkeit überprüft werden müssen.

Malignes Mesotheliom des Perikards

In den etwas mehr als 150 geschilderten Fällen erscheint eine Asbestexposition eher selten vorzuliegen. Klinische Zeichen sind der Perikarderguss und Symptome der diastolischen Füllungsstörung mit konsekutiver, zunächst rechtsführender Herzinsuffizienz. Radiologisch findet sich häufig eine im vorderen Mediastinum gelegene Raumforderung.

Aufgrund des häufig fortgeschrittenen Krankheitsbildes ist eine kurative chirurgische Therapie nur in seltenen Fällen möglich.

Zur vorübergehenden Behandlung von neoplastisch verursachten Herzbeutelergüssen gibt es eine Serie von 260 Patienten aus Marburg. 42 Patienten hatten einen malignen Perikarderguss. Diese Patienten erhielten eine Perikardzentese und Einzelinstillationen von Cisplatin 30 mg/m2 (24h) in Kombination mit einer tumorspezifischen systemischen Behandlung. 2,4% der Patienten hatten ein Mesotheliom. Die Kontrollrate innerhalb der ersten 3 Monate betrug 93% und nach 6 Monaten 83% im Gesamtkollektiv [Maisch B 2002].

Malignes Mesotheliom der Tunica vaginalis testis

Sehr selten, in der Literatur existieren etwa 50 Fallberichte. Bei etwa der Hälfte der Patienten lässt sich eine Assoziation mit beruflicher Asbestexposition dokumentieren. Klinisch präsentieren sich die Patienten oft mit einer Hydrozele. Zum Zeitpunkt der Diagnose ist eine diffuse peritoneale oder abdominelle Lymphknotenbeteiligung möglich. Das Mesotheliom der Tunica vaginalis testis wird primär chirurgisch diagnostiziert und behandelt.

Literaturreferenzen:

  • Maisch B, Ristic AD, Pankuweit S, Neubauer A, Moll R.
    Neoplastic pericardial effusion. Efficacy and safety of intrapericardial treatment with cisplatin.
    Eur Heart J 2002;23:1625-31. PM:12323163
    [Medline]


  • Weissmann L, Osteen R, Corson J, Herman T, Antman K.
    Combined modality therapy for intraperitoneal mesothelioma.
    Proc Am Soc Clin Oncol 1988;7:274.


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