Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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6 Symptomatik myelodysplastischer Syndrome

Autor/en: F. Nolte, S. Klein, H.-J. Fricke, A. Fabarius, W.-K. Hofmann
Letzte Änderung: 30.05.2012

Die häufigste Erstmanifestation eines MDS ist die Anämie, die sich allmählich entwickelt. Nur etwa die Hälfte der Patienten beklagen im Rahmen der Erstdiagnose eines MDS Symptome. Oft sind die Patienten an die niedrigen Hämoglobinwerte adaptiert, so dass die Anämie bei einer Routineuntersuchung (Blutbildkontrolle vor geplanter Operation, Kontrolle beim Hausarzt) auffällt. Da überwiegend ältere Patienten betroffen sind, die sich meist nicht mehr regelmäßig körperlich belasten, fällt die anämiebedingte Leistungsminderung erst spät auf. Oft berichten die Patienten, dass sie die täglichen Verrichtungen noch gut bewältigen können und keinen Abfall der Belastbarkeit bemerkt haben. Bei anderen finden sich typische Symptome der Anämie wie Dyspnoe, insbesondere bei Belastung, allgemeine körperliche Schwäche, Herzrasen und Kopfschmerzen. Symptome einer Herzinsuffizienz oder Angina pectoris können verstärkt werden. Wenn sich die Anämie rasch entwickelt, kommt es zu Sehstörungen bzw. können Verwirrungszustände auftreten. Zu den klinischen Befunden gehören die Blässe der Schleimhäute (Hämoglobin (Hb) meist unter 10 g/dl) und des Nagelbettes (Hb meist unter 8 g/dl). Nicht selten sind Appetitlosigkeit und gastrointestinale Beschwerden.

Etwa jeder dritte Patient berichtet bei Erstdiagnose eines MDS von wiederkehrenden Infektionen, besonders des Bronchialsystems, bedingt durch die Leukopenie bzw. die Funktionsstörung der neutrophilen Granulozyten.

Trotz eines Anteils von etwa 50% der Patienten, die bei Erstdiagnose eine Thrombozytopenie aufweisen, sind initiale Blutungskomplikationen selten. Man findet dann Petechien, Zahnfleischbluten oder Hämatome nach Bagatelltraumen. Bei 10% der MDS-Patienten manifestiert sich die Erkrankung mit einer schweren Blutung, zum Beispiel des Gastrointestinaltraktes, im Bereich der ableitenden Harnwege, in der Retina oder im Zentralnervensystem.

In 10-20% der Fälle findet sich eine Splenomegalie, vermehrt bei Patienten mit CMML mit 30-50%. Nur selten werden dadurch gastrointestinale Symptome hervorgerufen. Nicht typisch, aber bei 5-25% der Patienten zu beobachten, ist eine Hepatomegalie.
Vergrößerte periphere Lymphknoten wurden bei 5-15% der Patienten im Zusammenhang mit der Erstdiagnose eines MDS gefunden.

Selten ist das MDS mit Hautsymptomen verbunden, dann insbesondere mit einer akuten neutrophilen Dermatitis (Sweet-Syndrom). Bei CMML werden gelegentlich Hautinfiltrationen durch myelomonozytäre Zellen gesehen.

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