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Bendamustin plus Rituximab vesus CHOP plus Rituximab in der Erstlinientherapie indolenter Non-Hodgkin- und Mantelzell-Lymphome - Interim-Ergebnisse einer Phase-III-Studie der StiL-Gruppe

Titel des Originals:

Bendamustine plus Rituximab versus CHOP plus Rituximab in the first line treatment of patients with indolent and mantle cell lymphoma - first interim results of a randomized phae III study of the STIL (Study Group Indolent Lymphomas, Germany)

Abstract-Nr.:

385 *Highlight*

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Mathias J. Rummel, U. von Grünhagen, N. Niederle, F. Rothmann, H. Ballo, E. Weidmann, M. Weslau, G. Heil, H. Duerk, M. Stauch, C. Losem, A. Matzdorff, C. Balser, K. Schalk, D. Kofahl-Krause, U. Kaiser, W. Knauf, A. Banat, D. Hoelzer, W. Brugger

Institution/en:

Hematology, University Hospital Giessen, Germany

Zusammenfassung des Berichts

Bendamustin plus Rituximab scheint bzgl. Gesamtansprechrate, kompletter Remissionen und ereignisfreiem Überleben (EFS) gleich effektiv zu sein wie CHOP plus Rituximab, zeigt aber ein günstigeres Toxizitätsprofil.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Es gibt keinen international akzeptierten Standard für die Erstlinientherapie indolenter NHL. R-CHOP wird zwar von vielen favorisiert, speziell in Deutschland ist jedoch der Einsatz von R-Bendamustin weit verbreitet.

Fragestellung der Studie

Primärer Endpunkt ist das EFS; sekundäre Endpunkte sind Ansprechraten (komplette und partielle Remissionen); Hypothese: keine Unterlegenheit von R-Bendamustin.

Art der Studie

Prospektiv-randomisiert, multizentrisch, Phase III

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Rituximab 375 mg/m2; Bendamustin 90 mg/m2; CHOP (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison) in Standarddosierungen; randomisiert sind bis dato 474 Patienten, auswertbar 273 (139 R-Bendamustin, 134 R-CHOP) - lediglich Zwischenanalyse.

Ergebnisse, Toxizität

Gesamtansprechen bei R-Bendamustin 94%, bei R-CHOP 93%; komplette Remissionsrate 51% (R-Bendamustin) vs. 40% (R-CHOP). Mediane Beobachtungszeit 17 Monate je Arm; Todesfälle: 7 R-Bendamustin, 8 R-CHOP. Progress/Rezidiv: 27 R-Bendamustin; 32 R-CHOP.
Toxizitäten: infektiöse Komplikationen: 19 Patienten mit R-Bendamustin vs. 41 Patienten mit R-CHOP. Alopezie (komplett): 0% R-Bendamustin vs. 40% R-CHOP. Schwere Leukopenie (WHO III-IV): 12% R-Bendamustin vs. 41% R-CHOP.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

R-Bendamustin ist gleich effektiv wie R-CHOP, zeigt aber ein günstigeres Toxizitätsprofil.

Kommentar / Beurteilung

Für den praktischen Alltag sehr wichtige Studienergebnisse!
R-Bendamustin scheint sich als ein sehr effektives Regime zu erweisen, jedoch ohne das Risiko bzgl. Kardiotoxizität (kein Anthrazyklin), Neurotoxizität, (kein Vincaalkaloid), sekundärer Diabetes (kein Glukokortikoid). Die geringere schwere Leukopenie geht einher mit weniger infektiösen Komplikationen, führt aber zu keinem Effektivitätsverlust gegenüber R-CHOP. 0% Alopezie sind sehr "patientenfreundlich".
Speziell für den komorbiden Patienten ist R-Bendamustin eine effektive Alternative. Das günstige Toxizitätsprofil verspricht eine hohe Akzeptanz durch Patienten und Ärzte.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Wolfgang Knauf

Institution:

Onkologische Gemeinschaftspraxis, Im Prüfling 17-19, 60389 Frankfurt/Main

Letzte Änderung:

02.01.2008


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