Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
SitemapSitemap  


Eine randomisierte, multizentrische Phase-III-Studie der Chemotherapie des fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) mit den Kombinationen Gemcitabin/Carboplatin, Gemcitabin/Paclitaxel und Carboplatin/Paclitaxel.

A Randomized, Phase III Multicenter Trial of Gemcitabine in Combination with Carboplatin or Paclitaxel vs. Paclitaxel plus Carboplatin in Patients with Non-Small Cell Lung Cancer.

Jahr:

2003

Abstract-Nr.:

2511

Hyperlink:

Abstract 2511

Autor/en:

Treat J., Belani C.P., Edelman M., Socinski M.A., Gonin R., Ansari R., Gillenwater H., Rogers J., Obasaju C., Comis R.

Institution/en:

Alpha Oncology, Inc.; Fox Chase Temple Univ Cancer Ctr Philadelphia PA; Univ of Pittsburgh Cancer Inst, Pittsburgh, PA; Univ of Maryland Greenebaum Cancer Ctr, Baltimore, MD; Univ of North Carolina at Chapel Hill, Chapel Hill, NC; Westat, Inc, Rockville MD; Eli Lilly & Co, Indianapolis, IN; Northern Indiana Ca research Consortium , South Bend, IN; West Virginia Univ, Morgantown, WV; Univ of Virginia Health Sciences Ctr, Charlottesville, VA; Coalition of National Cancer Cooperative Groups, Philadelphia, PA

Fragestellung der Studie:

Vergleich von Carboplatin/Paclitaxel, der in Nordamerika gebräuchlichen Standardtherapie des nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC ) mit zwei weiteren Gemcitabin-haltigen Kombinationen: Gemcitabin/Carboplatin und Gemcitabin/Paclitaxel. Primärer Endpunkt: Gesamtüberleben. Sekundäre Endpunkte: Ansprechrate, progressionsfreies Überleben, Toxizität und Lebensqualität

Art der Studie:

Phase-III-Studie, präliminäre Datenauswertung

Folgende Therapieregime wurden bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC (Stadium IIIB oder IV) in gutem Allgemeinzustand (ECOG ≤1) untersucht:
Arm A: Gemcitabin 1000 mg/m2 d1, 8; Carboplatin AUC 5,5 d1, alle 3 Wochen.
Arm B: Gemcitabin 1000 mg/m2 d1, 8; Paclitaxel 200 mg/m2 d1 alle 3 Wochen.
Arm C: Carboplatin AUC 6, d1; Paclitaxel 200 mg/m2 d1, alle 3 Wochen.

Von 474 Patienten, die zwischen 7/2000 und 6/2002 eingeschlossen wurden, liegen von 352 Patienten Daten zum Ansprechen vor. Die Ansprechraten (CR und PR) waren: Arm A 28% (1% CR), Arm B 44% (2% CR), Arm C 35% (0% CR).

Toxizitätsraten waren für 461 Patienten verfügbar. Die Kombinationen zeigten unterschiedliche Toxizitätsprofile:
Nicht-hämatologische Toxizität: Alopezie ≤2: Arm A 21%, Arm B 84%, Arm C 82%; Sensible Polyneuropathie Grad 3/4: Arm A 2%, Arm B 10%, Arm C 12%; Myalgie Grad 3/4: Arm A 1%, Arm B 5%, Arm C 2%.
Hämatologische Toxizität: Neutropenie Grad 3/4: Arm A 22%, Arm B 13%, Arm C 21%; Sepsis in Neutropenie: Arm A 3%, Arm B 2%, Arm C 2%; Anämie Grad 3/4: Arm A 21%, Arm B 4%, Arm C 3%Thrombopenie Grad 3/4: Arm A 59%, Arm B 5%, Arm C 10%.

Kommentar / Beurteilung

Derzeit gilt die Kombination eines Platinderivats mit einer neueren Substanz als Standard in der Therapie des fortgeschrittenen NSCLC bei Patienten in gutem Allgemeinzustand. In unterschiedlichen Ländern haben sich verschiedene Kombinationen als Referenzarm etabliert. In Nordamerika gilt Carboplatin/Paclitaxel (in dieser Studie Arm C) als Standard, gegen den zwei Gemcitabin-haltige Arme verglichen werden. Die Ergebnisse des Kombinationsarms B (Gemcitabin/Paclitaxel) scheinen darauf hinzuweisen, dass eine nicht-platinhaltige Kombination eine ähnliche therapeutische Effektivität wie eine Platinkombination aufweisen könnte. Sollte sich das gute Ansprechen in einem entsprechend guten Gesamtüberleben bestätigen, so würde dies der Auswahl an verschiedenen Therapiemöglichkeiten eine platinfreie Kombination hinzufügen.

Bei vergleichbarem therapeutischem Index der Therapiearme hinsichtlich des Ansprechens gilt besonderes Augenmerk dem Toxizitätsprofil der Therapie. Hierbei zeichnet sich Gemcitabin/Paclitaxel durch eine besonders niedrige Hämatotoxizität aus, wohingegen die Kombination Gemcitabin/Carboplatin eine ausgeprägte Myelosuppression, insbesondere Anämie und Thrombopenie verursacht, jedoch weniger nicht-hämatologische Toxizität (Alopezie, Myalgie, sensible Polyneuropathie) aufweist. Für die endgültige Bewertung der Effektivität und Sicherheit der jeweiligen Kombinationen bleibt jedoch die abschließende Auswertung der Studie abzuwarten.

Autor des Berichts:

Dr. med. Friedemann Honecker

Institution:

z. Zt. LEPO, Erasmus MC, Dr. Molewaterplein 50, 3000 DR Rotterdam, NL

Letzte Äderung:

06.06.2003


ASCO-Report 2003
Aktuelle Berichte vom ASCO 2003 Annual Meeting. Dieser Service wird gefördert durch:
mehr