Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Eine Phase-III-Studie zur Evaluierung der Wirksamkeit und Sicherheit der adjuvanten Therapie mit dem 90-Yttrium-markierten monoklonalen Antikörper HMFG1 beim Ovarialkarzinom

Englischer Titel des Abstracts:

A pivotal phase III trial to evaluate the efficacy and safety of adjuvant treatment with 90yttrium-labeled monoclonal antibody, HMFG1, in ovarian cancer.

Abstract-Nr.:

5008 [LBA]

Jahr:

2004

Original im Internet:

ASCO-Abstract 5008 [LBA]

Autor/en:

M.V. Seiden, B.B. Benigno, The SMART Study Investigator Group

Institution/en:

Massachusetts General Hospital, Boston, MA, Southeastern Gynecologic Oncology; Atlanta, GA

Zusammenfassung des Berichts

Die einmalige intraperitoneale Gabe des 90-Yttrium-markierten monoklonalen Antikörpers HMFG1 nach First-Line-Therapie war nicht mit einem Unterschied im Überleben im Vergleich zur Fortführung der Standardtherapie beim Ovarialkarzinom assoziiert. Die Toxizität im Studienarm war durch eine prolongierte Thrombozytopenie erhöht.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung Rationale

Die Standardtherapie bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom besteht in der radikalen operativen Tumorentfernung gefolgt von Chemotherapie. Trotz initial hoher Ansprechraten auf die First-Line-Therapie liegt die 5-Jahresüberlebensrate beim Ovarialkarzinom bei 50%. In einer kleinen Phase-II-Studie wiesen Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die mit dem anti-MUC1, 90Yttrium-markierten humanen Milchfettglobulin-1 monoklonalen Antikörper (90Y-muHMFG1, R1549, ehemals Pemtumomab) nach Abaschluss der First-Line-Therapie behandelt wurden, einen signifikanten Überlebensvorteil gegenüber einem historischen Vergleichskollektiv auf [Hird V 1993]. Auf der Basis dieser Daten wurden die Study of Monoclonal Antibody RadioimmunTherapy (SMART) gestartet.

Fragestellung der Studie

Vergleich der Standardtherapie plus 90Y-muHMFG1 versus der Standardtherapie alleine bei Patientinnen mit Ovarialakarzinom im Anschluss an die First-Line-Therapie. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben, sekundärer Endpunkt das progressionsfreie Überleben.

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Patientinnen mit Erstdiagnose eines Ovarialkarzinoms FIGO Ic-IV, MUC1-positivem epithelialen Tumor unter First-Line-Therapie wurden in die Studie aufgenommen. Die Patientinnen wurden vor der Second-Look-Laparoskopie initial 1:1 für die zwei Studienarme randomisiert.
Patientinnen ohne Nachweis makroskopischen Resttumors und einem Ca-125-Wert im Normbereich blieben in der Studie.

Patientinnen in Arm 1 erhielten eine einmalige intraperitoneale Gabe von 90Y-muHMFG1 in einer Dosierung von 25 mg Yttrium-markierter Antikörper = 666 MBq/m2 (Maximaldosis 1110 MBq) über einen intraperionealen Katheter 4-8 Wochen nach Chemotherapie. Patientinnen in Arm 2 erhielten Standardtherapie.

Ergebnisse, Toxizität

447 Patientinnen wurden in die Studie rekrutiert. Es konnte kein Unterschied hinsichtlich des Gesamtüberlebens nach einmaliger intraperitonealer Gabe von 90Y-muHMFG1 beobachtet werden. Die Toxizität war vor allem durch die Thrombozytopenie 4-6 Wochen nach Applikation des markierten Antikörpers im Arm 1 erhöht.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die intraperitoneale einmalige Gabe des radioaktiv markierten Antikörpers als Konsolidierungstherapie beim Ovarialkarzinom führt nicht zu einer Verbesserung des Gesamtüberlebens im Vergleich zur Standardtherapie.

Kommentar / Beurteilung

Eine sicher sehr aufwändige Studie, da eine Second-Look-Laparoskopie gefordert wurde, ein radionuklidgekoppelter Antikörper mit allen konsekutiven Anforderungen an die Bedingungen des Strahlenschutzes verabreicht wurde und ein intraperitonealer Zugang erforderlich war. Somit eine Studie, die auf erfahrene Zentren limitiert war. Nicht eindeutig in dieser Studie war der Standardarm definiert, denn die Fortsetzung der Chemotherapie nach 6 Zyklen und nicht nachweisbarem Resttumor ist nicht Standard. Trotzdem liefert die Studie klare Ergebnisse und unter diesem Aspekt sind weitere Studien, die die intraperitoneale Applikation radioaktiv markierter Antikörper untersuchen, kritisch zu bewerten.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Barbara Schmalfeldt

Institution:

Frauenklinik der Technischen Universität München, Klinikum rechts der Isar, Ismaninger Str. 22, 81675 München

Letzte Äderung:

16.06.2004

 

Ergänzende Literaturreferenz/en:

  • Hird V, Maraveyas A, Snook D, Dhokia B, Soutter WP, Meares C, Stewart JS, Mason P, Lambert HE, Epenetos AA.
    Adjuvant therapy of ovarian cancer with radioactive monoclonal antibody.
    Br J Cancer. 1993;68(2):403-6. PM:8347497
    [Medline]


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