Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Erlotinib und Gemcitabin/Cisplatin versus Gemcitabin/Cisplatin als First-Line-Chemotherapie beim fortgeschrittenen nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) - eine Phase-III-Studie (TALENT)

Englischer Titel des Abstracts:

Results of a phase III trial of erlotinib (OSI-774) combined with cisplatin and gemcitabine (GC) chemotherapy in advanced non-small cell lung cancer (NSCLC).

Abstract-Nr.:

7010

Jahr:

2004

Original im Internet:

ASCO-Abstract 7010

Autor/en:

U. Gatzemeier, A. Pluzanska, A. Szczesna, E. Kaukel, J. Roubec, U. Brennscheidt, F. De Rosa, B. Mueller, J. von Pawel et al.

Institution/en:

Hospital Grosshansdorf, Hamburg, Germany; Regionaly Osrodek Onkologii, Klinika Chemoterapi, Lodz, Poland; Mazowieckie Centrum Leczenia Chorob Pluc i Gruzlic, Otwock, Poland; Allgemeines Krankenhaus Harburg, Hamburg, Germany; Klinika Tuberkulozy a Respiracnich Onemocneni, Fakultni Nemocnice s poliklinikou Ostrava, Lublin, Poland; F. Hoffmann La Roche, Inc, Basel, Switzerland; Asklepios Fachkliniken Muenchen-Gauting, Gauting, Germany.

Art der Studie:

Randomisierte, placebokontrollierte, multizentrische Phase-III-Studie

Zusammenfassung des Berichts

Durch die Kombination von Erlotinib mit der platinhaltigen Chemotherapie Cisplatin/Gemcitabin konnte in dieser randomisierten Phase-III-Studie weder eine Verbesserung des Überlebens noch des progressionsfreien Überlebens erzielt werden.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung Rationale

Der orale Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) Erlotinib hat beim NSCLC sowohl Monoaktivität wie auch in präklinischen Untersuchungen synergistische Aktivität mit konventionellen Zytostatika gezeigt.

Fragestellung der Studie

Einfluss der zusätzlichen Gabe von Erlotinib zu einer kombinierten Chemotherapie als Erstlinienbehandlung beim fortgeschrittenen/metastasierten NSCLC auf Überleben, progressionsfreies Überleben, Ansprechen, Verträglichkeit und Lebensqualität.

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Chemotherapienaive Patienten mit einem NSLC im Stadium IIIb/IV, Alter </= 18 Jahre und einem Allgemeinzustand entsprechen ECOG 0-1 wurden nach Einschluss in die Studie randomisiert in einen Erlotinib-Arm mit Erlotinib 150 mg täglich, Cisplatin 80 mg/m2 Tag 1 und Gemcitabin 1250 mg/m2 Tag 1 und 8 (Wiederholung Tag 21) sowie in einen Placebo-Arm mit Gemcitabin/Cisplatin wie oben beschrieben.

Ergebnisse, Toxizität

1172 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen. Die Patientencharakteristika bezüglich Geschlecht, Alter, Allgemeinzustand und Tumorstadium waren zwischen beiden Armen ausgeglichen. In beiden Armen lag bei 38% der Patienten ein Adenokarzinom vor. Die Ansprechrate betrug 31,5% versus 31,1% (Erlotinib versus Placebo), das mediane progressionsfreie Überleben 5,4 Monate versus 5,6 Monate (Erlotinib versus Placebo; p=0,49) und das mediane Überleben 9,9 Monate versus 10,1 Monate (Erlotinib versus Placebo, 1-Jahres Überleben: 41% versus 42%; p=0,74). Wie zu erwarten, zeigte sich im Erlotinib-Arm eine erhöhte Rate an Exanthemen (CTC Grad 3/4: 10% Erlotinib versus <1% Placebo) und Diarrhoen (CTC Grad 3/4: 6% Erlotinib versus <1% Placebo).

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Erlotinib in Kombination mit Cisplatin/Gemcitabin führt nicht zu einer Verlängerung des Überlebens oder des progressionsfreies Überlebens bei Erstlinientherapie des NSCLC.

Kommentar / Beurteilung

Vergleichbar mit den INTACT-Studien und der TRIBUTE-Studie (siehe Bericht) konnte auch in dieser Studie kein Überlebenszuwachs durch zusätzliche Gabe eines Tyrosinkinaseinhibitors (TKI) zu einer kombinierten Erstlinien-Chemotherapie gezeigt werden. Möglicherweise besteht eine Interaktion zwischen der zytostatischen Therapie und der Funktionalität der EGFR-Rezeptoren, die eine sequenzielle Therapie sinnvoller erscheinen lassen als eine simultane. Außerdem muss sicherlich bei der Beurteilung der Wirksamkeit der TKI die nur relativ selten auftretende EGFR-Mutation berücksichtigt werden.


Autor des Berichts:

Dr. med. Martin Reck

Institution:

Onkologischer Schwerpunkt, Krankenhaus Grosshansdorf, 22927 Grosshansdorf

Letzte Äderung:

11.06.2004

 
ASCO-Report 2004
Aktuelle Berichte vom ASCO 2004 Annual Meeting. Dieser Service wird gefördert durch:
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