Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
SitemapSitemap  


Dauer der Chemotherapie beim fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom: ein aktueller systematischer Überblick und Metaanalyse

Titel des Originals:

Duration of chemotherapy for advanced non-small cell lung cancer: An updated systematic review and meta-analysis

Abstract-Nr.:

8013

Jahr:

2008

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Y. Soon, M.R. Stockler, M. Boyer, L. Askie

Institution/en:

Sydney Cancer Center, Sydney, Australia

Zusammenfassung des Berichts

Es besteht ein Vorteil für die Verlängerung der Chemotherapiedauer über 3 bis 4 Zyklen hinaus bei Chemotherapeutika der dritten Generation in Bezug auf das progressionsfreie Überleben ohne Zunahme des Gesamtüberlebens bei Zunahme der Toxizität.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Die optimale Dauer einer Chemotherapie beim fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) zur Maximierung von Überleben und Lebensqualität (QoL) ist unklar.

Fragestellung der Studie

Bringt es Vorteile, eine Chemotherapie über die Standardanzahl von Zyklen hinaus fortzuführen? Berücksichtigung von: Gesamtüberleben, progressionsfreiem Überleben, Lebensqualität, Nebenwirkungen.

Art der Studie

Überblick und Metaanalyse

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Vergleich von längerer und kürzerer Dauer einer Chemotherapie bei kontrollierten randomisierten Studien. Datenbasis von MEDLINE, EMBASE, CENTRAL, ASCO und "World Conference on Lung Cancer" bis Dezember 2007.

Ergebnisse, Toxizität

13 Studien mit 2416 Patienten (Stadium IIIB und IV, NSCLC, palliative Intention, first-line). Eine verlängerte Chemotherapie führt zu einem verlängerten progressionsfreien Überleben aber nicht zu einem verlängerten Gesamtüberleben. Der Effekt auf das progressionsfreie Überleben war größer bei Drittgenerations-Chemotherapeutika wie Paclitaxel, Vinorelbin, Gemcitabin oder Docetaxel. Mit der Dauer der Chemotherapie nehmen auch die Nebenwirkungen zu. Die Lebensqualität wurde in 7 Studien erfasst und zeigte variable Ergebnisse.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Eine Weiterführung einer Drittgenerations-Chemotherapie über 3 bis 4 Zyklen hinaus verbessert das progressionsfreie Überleben, aber nicht das Gesamtüberleben und bewirkt eine Zunahme der Nebenwirkungen. Weitere Studien sollten erfassen, ob eine Verlängerung der Therapie mit "targeted" Substanzen (gegen Signalwege und Wachstumsfaktoren) einen größeren Erfolg als eine Chemotherapie zur Verbesserung des Überlebens ohne Zunahme der Toxizität bewirken können.

Kommentar / Beurteilung

Diese Metaanalyse bestätigt die ASCO-Leitlinien von 2003, wonach eine generelle Fortführung der palliativen Chemotherapie über 4 bis 6 Zyklen hinaus nicht empfohlen werden kann. Dies liegt an der zunehmenden Toxizität und fehlendem Effekt auf das Gesamtüberleben. Die hier verglichenen Studien hatten meist 3 bis 4 Zyklen im Standardarm und 6 oder mehr Zyklen im Vergleichsarm. Das heißt, eine Verlängerung der Therapie über 4 Zyklen hinaus sollte nur bei minimalen Nebenwirkungen und gutem Therapieansprechen durchgeführt werden. Einen neuen Aspekt zeigten jedoch die Daten von Ciuleanu [Ciuleanu TE ASCO 2008 #8011] zur Fortsetzung einer Pemetrexed-Therapie beim Nicht-Plattenepithelkarzinom auf dem diesjährigen ASCO (siehe ASCO-2008-Report zu Abstract 8011). Pemetrexed in der Erstlinientherapie war in dieser Metaanalyse nicht erfasst worden.


Autor des Berichts:

Dr. med. Holger Metze

Institution:

Klinikum Frankfurt (Oder), Medizinische Klinik I, Müllroser Chaussee 7, 15234 Frankfurt (Oder)

Letzte Änderung:

16.06.2008



Ergänzende Literaturreferenz/en:

  • T.E. Ciuleanu, T. Brodowicz, C.P. Belani, J. Kim, M. Krzakowski, E. Laack, Y. Wu, P. Peterson, S. Adachi, C.C. Zielinski.
    Maintenance pemetrexed plus best supportive care (BSC) versus placebo plus BSC: A phase III study.
    J Clin Oncol 26: 2008 (May 20 suppl; abstr 8011)
    [Abstract online]


ASCO-Report 2008
Aktuelle Berichte vom 2008 ASCO Annual Meeting. Dieser Service wird gefördert durch:
mehr