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Chemotherapie und Überleben bei 21441 älteren Patienten mit fortgeschrittenem nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC): Analyse der SEER-Datenbank 1997-2002

Titel des Originals:

Chemotherapy (C) and survival among 21,441 elderly (E) patients (pts) with advanced (adv) NSCLC: Analysis of SEER-Medicare claim data 1997-2002

Abstract-Nr.:

8090

Jahr:

2008

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

M. Tang, A.J. Davidoff, C.D. Mullins, D. McNally, B. Seal, M.J. Edelman

Zusammenfassung des Berichts

Ältere Patienten sind in Studien of unterrepräsentiert. Es war daher wichtig, Behandlungsdaten von SEER und Medicaire über 21 441 Patienten mit NSCLC zu erhalten. Die meisten älteren Patienten (definiert >/= 66 Jahre) erhielten keine Chemotherapie (74,2%). Platin-Doubletten sind die häufigste Wahl bei der Erstlinientherapie. In der Zweitlinienbehandlung ist die Mono-Therapie verbreitet.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Phase-III-Studien schließen in der Regel ältere Patienten aus, so dass fast keine Daten zur Wirksamkeit und Effizienz von Chemotherapie beim fortgeschrittenen Bronchialkarzinom vorliegen. Ebenso sind sie häufig durch weitere Ein- und Ausschlusskriterien derart auf bestimmte Patientengruppen selektioniert, dass die Übertragung der Resultate im Versorgungsalltag auf Patienten mit Komorbidität schwerfällt (sogenannter Studien-Bias). Platinbasierte Chemotherapien sind der Standard für fitte, jüngere Patienten. Einzelne Substanzen wie Gemcitabin, Taxane oder Vincaalkaloide könnten das Überleben verbessern oder Lebensqualitätsvorteile zeigen.

Fragestellung der Studie

Das praktische Vorgehen der US-amerikanischen Therapie beim fortgeschrittenem NSCLC wird analysiert. Faktorassoziierungen und adjustierte Überlebensdaten werden gezeigt.

Art der Studie

Kohortenanalyse

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

NSCLC-Fälle von 1997 bis 2002 im Stadium AJCC 4 oder 3b mit Pleuraerguss werden aus der SEER-Datenbank entnommen und Fälle mit Alter unter 66 Jahre oder chirurgischer Intervention ausgeschlossen.
Chemotherapieagenzien zu Carboplatin und Cisplatin, Docetaxel, Paclitaxel, Gemcitabin, Vinorelbin und Etoposid werden identifiziert und zu platinbasierten Doubletten, nicht-platinbasierten Doubletten sowie Mono-Therapien unterteilt. Zweitlinientherapien werden definiert durch Addition und oder neue Agenzien.

Ergebnisse, Toxizität

21 441 Patienten können nach diesen Kriterien identifiziert werden. 74,2% wurden mit BSC ("best supportive care") therapiert; 25,7% erhielten eine Erstlinienchemotherapie, von diesen 47,8% Platin-Taxan-Doubletten, 18,5% anderweitig platinbasiert, 5,6% nicht-platinbasierte Doubletten; 23,2% waren Mono-Substanzen.
36,9% erhielten eine Zweitlinienchemotherapie; 59,1% bekamen eine Mono-Substanz; Docetaxel (32,7%), Gemcitabin (31,5%) und Vinorelbin (24,2%) sind die am meisten eingesetzten Einzel-Substanzen.

Eine niedrigere Wahrscheinlichkeit für den Erhalt einer Chemotherapie war bei folgenden Bedingungen gegeben: höheres Alter, nicht verheiratet, niedriger Sozialstatus, Stadium 4, Plattenepithelkarzinom, hohe Komorbidität, niedriger Performance-Status u.a.

In den adjustierten Überlebensdaten zeigt sich im Fall einer erhaltenen Chemotherapie ein längeres Überleben, wobei Platin-Doubletten mehr den Patienten verabreicht wurden, die länger lebten. Unterschiede zwischen Taxan- oder anderen Platin-Doubletten fanden sich nicht.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Siehe Zusammenfassung.

Kommentar / Beurteilung

"Propensity Scores" und "Observation Selection" stehen auch nach dieser wichtigen Arbeit noch aus. Die Zukunft wird gerade Auswertungen dieser Art unter Berücksichtigung von Multivariatsanalysen mit sich bringen.


Autor des Berichts:

Dr. med. Burkhard Matthes

Institution:

Onkologischer Schwerpunkt, Medizinisches Versorgungszentrum Heerstraße Nord, Obstallee 22a, 13593 Berlin

Letzte Änderung:

15.07.2008



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