K-RAS-Mutation, Rezidivrisiko und Überleben beim Kolonkarzinom im Stadium III: Befunde der Studie CALGB 89803

Titel des Originals:

KRAS mutation, cancer recurrence, and patient survival in stage III colon cancer: Findings from CALGB 89803

Abstract-Nr.:

4037

Jahr:

2009

Original im Internet:

J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 4037)

Autor/en:

C. Fuchs, S. Ogino, J. A. Meyerhardt, N. Irahara, D. Niedzwiecki, D. Hollis, L. B. Saltz, R. J. Mayer, M. M. Bertagnolli

Institution/en:

Dana-Farber Cancer Institute, Boston, MA; Duke University Medical center, Durham, NC; Memorial Sloan-Kettering Cancer center, New York, NY; Brigham and Women´s Hospital, Boston, MA

Zusammenfassung des Berichts

35% der Tumorproben von 508 Patienten, die im Rahmen der CALGB-89803-Studie adjuvant behandelt wurden, zeigten eine K-RAS-Mutation. Der K-RAS-Status hat offenbar keinen Einfluss auf das krankheitsfreie Überleben oder das Gesamtüberleben.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Beim Kolonkarzinom im Stadium IV bedeutet eine K-RAS-Mutation, dass eine Behandlung mit Cetuximab oder Panitumumab wirkungslos bleibt.

Fragestellung der Studie

Ist der K-RAS-Mutationsstatus ein unabhängiger prädiktiver Parameter für das Überleben der Patienten mit Kolonkarzinom im Stadium III? Es wurde geprüft, ob der K-RAS-Status mit dem krankheitsfreien bzw. Gesamtüberleben korreliert.

Art der Studie

Korrelationsanalyse zwischen molekulargenetischen Befunden und Parametern der Überlebenszeit

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Mutationsanalyse mittels Pyrosequenzmethode an 508 Tumorproben bei insgesamt 1264 Patienten einer primär randomisierten Studie. Signifikanzanalyse von K-RAS-Status mittels Cox-Analyse und Kaplan-Meier-Überlebenskurve. Die Statistikmodelle wurden auf mögliche Störgrößen (Alter, Geschlecht, Tumorlokalisation, T-Stadium, N-Stadium, Performance-Status, experimentellen Arm und Mikrosatelliteninstabilität) geprüft.

Ergebnisse, Toxizität

K-RAS-Mutationen wurden an 178 (35%) der untersuchten 508 Tumoren gefunden. Es zeigten sich keinerlei Unterschiede hinsichtlich der untersuchten Endpunkte: krankheitsfreies Überleben nach 5 Jahren (62% (mutierte Form) versus 63% (Wildtyp K-RAS), rezidivfreies Überleben (64% (mutiert) versus 66% (Wildtyp) oder Gesamtüberleben (74% (mutiert) versus 73% (Wildtyp). Auch gab es hinsichtlich der untersuchten Störgrößen (s.o.) keinerlei Unterschiede.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

In dieser Aufarbeitung des K-RAS-Status an Tumoren einer großen Studie zur adjuvanten Chemotherapie des Kolonkarzinoms im Stadium III ergab sich keinerlei Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen K-RAS-Mutationstatus und dem krankheitsfreien oder Gesamtüberleben.

Kommentar / Beurteilung

Der K-RAS-Status ist offenbar kein prädiktiver oder prognostischer Parameter hinsichtlich des Gesamtüberlebens beim Kolonkarzinom im Stadium III. Der positive Befund für K-RAS-Mutationen bei 35% der Patienten stimmt überein mit den Ergebnissen von Abstract #4002 (PETACC3-EORTC 40993-SAKK 60-00) von 37% [Roth AD 2009 ASCO Abstr. 4002]. Andere Marker (MSI-H, SMAD4, 18qLOH) sind als prognostische Marker im Stadium III validiert. Insofern erscheinen Therapien, die sich gegen EGF-R richten (Cetuximab, Panitumumab), in der adjuvanten Situation kaum von Nutzen zu sein.


Autor des Berichts:

Dr. med. Markus Klein

Institution:

Gemeinschaftspraxis f. Onkologie und Hämatologie, Medicum Facharztzentrum Wiesbaden GbR, Langenbeckplatz 2, 65189 Wiesbaden

Letzte Änderung:

12.06.2009



Ergänzende Literaturreferenz/en: