Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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PETACC-3-Studie: Mikrosatelliteninstabilität (MSI) beim Kolonkarzinom Stadium II/III in der adjuvanten Situation unter 5-FU/FS allein oder mit Irinotecan (EORTC 40993-SAKK 60/00)

Titel des Originals:

Microsatellite Instability (MSI) in stage II and III colon cancer treated with 5-FU/ LV or 5-FU/ LV and irinotecan (PETACC-3-EORTC 40993-SAKK 60/00)

Abstract-Nr.:

4001 *Highlight*

Jahr:

2009

Original im Internet:

J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 4001)

Autor/en:

S. Tejpar, F. Bosman, M. Delorenzi, R. Fiocca, P. Yan, D. Klingbiel, D. Dietrich, E. Van Cutsem, R. Labianca, A. Roth

Institution/en:

UZ Gasthuisberg - Katholieke University Leuven, Leuven, Belgium; Lausanne University, Lausanne, Switzerland; Swiss Institute of Bioinformatics, Lausanne, Switzerland; University of Genova, Genova, Switzerland; Swiss Group for Clinical Cancer Research (SAKK) , Bern, Switzerland; Swiss Group for Clinical Cancer Research (SAKK), Bern, Switzerland; Ospedali Riuniti, Bergamo, Italy; University Hospital of Geneva, Geneva, Switzerland

Zusammenfassung des Berichts

Ein hoher MSI-Status (MSI-High) hat einen starken prognostischen Effekt beim Kolonkarzinom. Im Stadium II bzgl. rezidivfreiem und Gesamtüberleben; für beide Endpunkte bleibt der Effekt auch bei Therapie mit 5-Fluorouracil/Folinsäure (5-FU/FS) bestehen. Ein hoher Wert für MSI hat keine prädiktive Aussage bzgl. einer Irinotecan-Therapie.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

MSI hat zunehmende Bedeutung als prädiktiver und prognostischer Marker beim Kolonkarzinom II und III. Dessen Wert soll für die genannten Studien geprüft werden hinsichtlich der histopathologischen Befunde und der durchgeführten Therapien.

Fragestellung der Studie

Inzidenz von MSI-High im Stadium II und III; prognostischer Effekt für MSI-High für alle Patienten, die mit 5-FU bzw. 5-FU plus Irinotecan behandelt wurden; ein möglicher stadienspezifischer Effekt für MSI-High; mögliche prädiktive Bedeutung für MSI-High bei einer Therapie mit Irinotecan.

Art der Studie

Randomisierte Phase-III-Studien; Korrelation zwischen Genanalyse und Überlebensdaten

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Überleben (Kaplan-Meier, "Log-rank"), Inzidenzen (Chi-Quadrat, "goodness of the fit"); Hazard-Ratio (Wald-Test, Cox-Regressionsanalyse)

Ergebnisse, Toxizität

Inzidenz von MSI-High im Stadium II 22%, im Stadium III 12%. Der prognostische Wert der MSI-Inzidenz bleibt erhalten hinsichtlich keiner oder einer Therapie mit 5-FU/FS mit oder ohne Irinotecan in beiden Stadien (II, III). Ein zusätzlicher Nutzen einer Irinotecan-Therapie ist nicht zu erkennen. Der MSI-High-Status ist signifikant korreliert mit den Faktoren Lebensalter unter 60 Jahren, höheren T-Stadien, höherem Grading, niedrigen N-Stadien und rechtsseitig lokalisiertem Tumor. Es besteht eine starke Korrelation zwischen MSI-High-Inzidenz bezüglich des rezidivfreien und Gesamtüberlebens im Stadium II, jedoch lediglich ein statistischer Trend diesbezüglich im Stadium III.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die MSI-High-Inzidenz ist eine unabhängige prognostische Variable im Stadium II des Kolonkarzinoms. Hinsichtlich einer Therapieentscheidung ist die MSI-Inzidenz irrelevant. Zu vermuten ist, dass MSI-High einen hemmenden Effekt auf eine lymphatische Metastasierung hat.

Kommentar / Beurteilung

Die vorliegende Arbeit gibt deutliche Hinweise darauf, dass die Stadien II und III eine unterschiedliche Tumorbiologie aufweisen. Der prognostische Wert des MSI-Status blieb erhalten, auch wenn die Patienten therapiert wurden. Dieser Befund steht im Kontrast zu den Befunden, die auf dem letzten ASCO vorgestellt wurden, demzufolge bei MSI-High-Status durch eine 5-FU-haltige Therapie eine Verschlechterung der Prognose zu erwarten wäre. Grundsätzlich muss aber der Nutzen einer Untersuchung eines einzelnen Gens gegenüber Multigen-Testverfahren oder Gensignaturen (ONKODIN ASCO-Report 2009 zu Abstr. 4000 und zu Abstr. 4036, [Kerr D 2009 ASCO Abstr. 4000] [Glas AM 2009 ASCO Abstr. 4036] ) bezweifelt werden. In der PETACC-3-Studie konnte ohnehin für Irinotecan kein Nutzen in der adjuvanten Situation belegt werden.


Autor des Berichts:

Dr. med. Marie-Luise Plingen (1); Dr. med. Markus Klein (2)

Institution:

(1) Facharztpraxis für Hämatologie und Internistische Onkologie, Jacobistraße 3-5, 40211 Düsseldorf; (2) Gemeinschaftspraxis für Onkologie und Hämatologie, Medicum Facharztzentrum Wiesbaden GbR, Langenbeckplatz 2, 65189 Wiesbaden

Letzte Änderung:

15.06.2009



Ergänzende Literaturreferenz/en:

  • D. Kerr, R. Gray, P. Quirke, D. Watson, G. Yothers, I.C. Lavery, M. Lee, M.J. O'Connell, S. Shak, N. Wolmark, Quasar Colon Teams.
    A quantitative multigene RT-PCR assay for prediction of recurrence in stage II colon cancer: Selection of the genes in four large studies and results of the independent, prospectively designed QUASAR validation study.
    J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 4000)
    [Abstract online]


  • A.M. Glas, P. Roepman, R. Salazar, G. Capella, V. Moreno, J. Westerga, P.J. Kuppen, I. Simon, L.J. Van 't Veer, R. Tollenaar.
    Development and validation of a robust prognostic and predictive signature for colorectal cancer (CRC) patients.
    J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 4036)
    [Abstract online]


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Aktuelle Berichte vom 2009 ASCO Annual Meeting. Dieser Service wird gefördert durch:
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