Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Entwicklung und Validierung einer reproduzierbaren, prognostischen und prädiktiven Gensignatur beim kolorektalen Karzinom

Titel des Originals:

Development and validation of a robust prognostic and predictive signature for colorectal cancer patients

Abstract-Nr.:

4036 *Highlight*

Jahr:

2009

Original im Internet:

J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 4036)

Autor/en:

A.M. Glas, P. Roepman, R. Salazar, G. Capella, V. Moreno, J. Westerga, P.J. Kuppen, I. Simon, L.J. Van ´t Veer, R. Tollenaar

Institution/en:

Agendia B.V., Amsterdam, Netherlands; Catala d´Oncologia, L´Hospitalet de Llobregat, Spain; Slotervaart Hospital, Amsterdam, Netherlands; Leiden University Medical Center, Leiden, Netherlands; The Netherlands Cancer Institut, Amsterdam, NL

Zusammenfassung des Berichts

Die Gensignatur "ColoPrint" ist eine validierte Methode zur prognostischen Einschätzung von Kolonkarzinomen im Stadium II und III und vereinfacht die Beurteilung des Nutzens einer adjuvanten Therapie.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Es besteht ein substanzielles Rezidivrisiko im Stadium II des Kolonkarzinoms (30%). Jenseits von offiziellen Empfehlungen (Guidelines) fehlen klare Kriterien für eine Risikostratifizierung.

Fragestellung der Studie

Krankheitsfreies Überleben nach 5 Jahren; Korrelation mit klassischen Prognoseparametern (Stadium, Lymphknotenstatus, Grading, Tumorgröße) und Befunden der "ColoPrint"-Signatur.

Art der Studie

Analyse der Überlebensdaten (Methoden nicht angegeben), Korrelationsanalyse von Genexpressionsanalyse und Überlebensdaten

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Tiefgefrorene Tumorproben von 178 Patienten in einer Studie mit vielen Zentren mit Kolonkarzinomen in den Stadien II und III wurden mit einem Genarray (Oligonucleotid; Agilent 44 K) untersucht.

Ergebnisse, Toxizität

Nachbeobachtungszeit: 70,2 Monate; 85% der Patienten hatten keine adjuvante Therapie erhalten. Die Genexpressionsanalyse ergab 3 hauptsächliche molekulare Untergruppen. Diese Gruppen zeigten hinsichtlich des Überlebens deutliche Unterschiede (A: 48 Patienten mit gutem Überleben; B: 104 Patienten mit intermediärer Prognose; C: 27 Patienten mit deutlich kürzerem Überleben). Nur für die Gruppe B wurde eine Validierung aller Gene bezüglich deren Assoziation mit dem metastasenfreien Überleben über 5 Jahre durchgeführt. Die so ermittelte Gensignatur wurde danach auf alle 178 Patienten angewendet. Es wurden 38 Gene gefunden, die eine starke Assoziation zum metastasenfreien Überleben über 5 Jahre über 50% der Fälle zeigten. Die gefundene Gensignatur konnte zwei Risikoprofile unterscheiden: 61% der so validierten Proben konnten einem niedrigen, 39% einem hohen Risiko zugeordnet werden. Das metastasenfreie Überleben nach 5 Jahren war für beide Gruppen deutlich unterschiedlich: 89% für die Gruppe mit niedrigem bzw. 62% für die Gruppe mit hohem Risiko. Die Tauglichkeit des Testverfahrens "ColoPrint" war jeweils signifikant für die Stadien II (p=0,0058) und III (p=0,036), für die nicht therapierten (p=0,0082) und die behandelten Patienten (p=0,016).

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Mit der gefundenen Gensignatur "ColoPrint" kann die Prognose beim Kolonkarzinom im Stadium II bzw. III besser eingeschätzt werden. Damit wird die Identifizierung von Patienten, die von einer adjuvanten Therapie profitieren, erleichtert.

Kommentar / Beurteilung

Die Arbeit zeigt, dass Gensignaturen ein entscheidendes Kriterium jenseits der "klassischen" Prognosekriterien zur Beurteilung einer Therapiebedürftigkeit bei Patienten mit Kolonkarzinom im Stadium II bzw. III darstellen können. Wie im Abstract 4000 (ONKODIN ASCO-Report 2009, [Kerr D 2009 ASCO Abstr. 4000] ) vermögen Multigenanalysen eine bessere prognostische und prädiktive Einschätzung zu liefern als Einzelanalysen wie MSI oder 18qLOH. Diese validierten Gensignaturen sollten unbedingt in weitere klinische Studien eingebaut werden. Leider machten die Autoren keinerlei Aussagen, welche Gene untersucht wurden. Der Name "ColoPrint" lässt vermuten, dass dieser Test kommerziell angeboten werden soll. (Das Poster kann bei Interesse als PDF-Datei bei der Redaktion oder dem ONKODIN-Herausgeber angefordert werden [Kontakt].)


Autor des Berichts:

Dr. med. Marie-Luise Plingen (1); Dr. med. Markus Klein (2)

Institution:

(1) Facharztpraxis für Hämatologie und Internistische Onkologie, Jacobistraße 3-5, 40211 Düsseldorf; (2) Gemeinschaftspraxis für Onkologie und Hämatologie, Medicum Facharztzentrum Wiesbaden GbR, Langenbeckplatz 2, 65189 Wiesbaden

Letzte Änderung:

15.06.2009



Ergänzende Literaturreferenz/en:

  • D. Kerr, R. Gray, P. Quirke, D. Watson, G. Yothers, I.C. Lavery, M. Lee, M.J. O'Connell, S. Shak, N. Wolmark, Quasar Colon Teams.
    A quantitative multigene RT-PCR assay for prediction of recurrence in stage II colon cancer: Selection of the genes in four large studies and results of the independent, prospectively designed QUASAR validation study.
    J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 4000)
    [Abstract online]


ASCO-Report 2009
Aktuelle Berichte vom 2009 ASCO Annual Meeting. Dieser Service wird gefördert durch:
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