Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
SitemapSitemap  


GI-Vakzine als adjuvante Immuntherapie nach definitiver Behandlung von Patienten mit KRAS-mutiertem pulmonalem Adenokarzinom Stadium I-III

Titel des Originals:

Immunogenicity of GI-4000 vaccine in adjuvant consolidation therapy following definitive treatment in patients with stage I-III adenocarcinoma of the lung with G12C, G12D, or G12V KRAS mutations.

Abstract-Nr.:

7070

Jahr:

2011

Original im Internet:

J Clin Oncol 29: 2011 (suppl; abstr 7070)

Autor/en:

S.P. D’Angelo, B.J. Park, L.M. Krug, C. Crevar, C.E. Medina, D.K. Sumner, J. Richman, C. Coeshott, D. Apelian, A. Cohn, M.G. Kris, C.G. Azzoli

Institution/en:

Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York, NY; GlobeImmune, Inc., Louisville, CO

Zusammenfassung des Berichts

GI-4000 ist ein Immuntherapeutikum, das gezielt in der adjuvanten, konsolidierenden Therapie des KRAS-mutierten, pulmonalen Adenokarzinoms im Stadium I-III eingesetzt werden kann, sofern sich seine Effektivität in weiterführenden Studien bestätigen lässt.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

KRAS-Mutationen führen zu einer ungeregelten Zellteilung und Tumorgenese. 19% der pulmonalen Adenokarzinome weisen KRAS-Mutationen auf. Sie haben eine signifikant schlechtere Prognose als nichtmutierte Tumoren. Untersucht wird die adjuvante Therapie mit GI-4000, einer rekombinanten Hefe-basierten Vakzine, die eines von 4 mutierten KRAS-Proteinen exprimiert und eine T-Zell-Reaktion auslöst.

Fragestellung der Studie

Therapiesicherheit, Immunantwort und Effektivität sollten erhoben werden. Primärer Endpunkt war die Vakzine-induzierte T-Zell-Antwort gegen die spezifische KRAS-Mutante, die mittels Interferon-γ-ELI-Spot bestimmt wurde.

Art der Studie

Einarmige Phase-IIa-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Patienten mit pulmonalem Adenokarzinom im Stadium I-III erhielten nach kompletter Resektion die Vakzine GI-4000, sofern eine G12C-, G12D- oder G12V-Mutation des KRAS-Gens nachgewiesen werden konnte. GI-4000 wurde zunächst wöchentlich (3x), anschließend monatlich (6x) sowie alle 3 Monate über den Zeitraum von 3 Jahren verabreicht.

Ergebnisse, Toxizität

24 Patienten (17 Frauen) wurden eingeschlossen (10 Stadium IA, 4 IB, 2 II, 8 III). Im Median wurden 9 Dosen GI-4000 (1-16) verabreicht. Die drei Patienten, bei denen eine G12V-Mutation vorlag, sind derzeit noch unter Therapie. Schwerwiegende, mit der GI-4000-Applikation assoziierte unerwünschte Ereignisse waren bislang nicht zu beobachten.
Von 17 Patienten konnte eine adäquate Probe für den Eli-Spot-Assay gewonnen werden. 8 von 17 Patienten entwickelten eine Immunantwort gegen mutiertes KRAS. Bei 8 von 17 Patienten (47%) wurde die Immunantwort durch die Vakzinierung induziert, bei 5 von 9 Patienten eine bereits vorbestehende Immunantwort verstärkt.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Durch KRAS-Mutationstestung im Resektat lassen sich Adenokarzinome identifizieren, die für eine spezifische Therapie geeignet sind. GI-4000 ist ein Immuntherapeutikum, das gezielt in der adjuvanten, konsolidierenden Therapie des KRAS-mutierten, pulmonalen Adenokarzinoms im Stadium I-III eingesetzt werden kann. Die Ergebnisse der Studie rechtfertigen weitere Untersuchungen in der genannten Indikation und bei anderen Tumoren mit diesen spezifischen Mutationen.

Kommentar / Beurteilung

Eine Immuntherapie, die molekulare Besonderheiten des Tumors zum Ziel hat, wird derzeit beim frühen nichtkleinzelligen Lungenkarzinom mit MAGE-A3 und beim lokal fortgeschrittenen Lungenkarzinom mit BLP-125 nach definitiver Primärtherapie bereits in Phase-III-Studien geprüft. Mit GI-4000 könnte, sofern sich seine Effektivität in weiterführenden, placebokontrollierten Untersuchungen bestätigen lässt, ein weiteres Immuntherapeutikum zur Rezidivprophylaxe einer prognostisch ungünstigen Gruppe früher nichtkleinzelliger Lungenkarzinome zur Verfügung stehen.


Autor des Berichts:

Priv.-Doz. Dr. med. Wolfgang Schütte

Institution:

Krankenhaus Martha-Maria Halle-Döhlau, Klinik für Innere Medizin II, Röntgenstraße 1, 06120 Halle/Saale

Letzte Änderung:

13.06.2011