Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Studie CONCERT-1: Randomisierte Phase-II-Studie zu Chemoradiotherapie mit oder ohne Panitumumab bei Patienten mit nicht resektablen, lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen

Titel des Originals:

A phase II, randomized trial (CONCERT-1) of chemoradiotherapy (CRT) with or without panitumumab (pmab) in patients (pts) with unresected, locally advanced squamous cell carcinoma of the head and neck (LASCCHN).

Abstract-Nr.:

5502

Jahr:

2012

Original im Internet:

J Clin Oncol 30, 2012 (suppl; abstr 5502)

Autor/en:

Jordi Giralt, Andre Fortin, Ricard Mesia, Heikki Minn, Michael Henke, Alejandro Yunes Ancona, Anthony Cmelak, Avi B. Markowitz, Sebastien J. Hotte, Simron Singh, Anthony T. C. Chan, Marco Carlo Merlano, Alicia Zhang, Kelly S. Oliner, Ari M. Vanderwalde

Institution/en:

Hospital Vall d'Hebron, Barcelona, Spain; Centre Hospitalier Universitaire de Quebec- Hotel-Dieu de Quebec, Quebec, QC, Canada; Institut Catala d'Oncologia (ICO) - L'Hospitalet, Barcelona, Spain; Turku University Hospital, Turku, Finland; Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Germany; Unidad de Oncología Servicios de Salud del Edo. de Puebla, Puebla, Mexico; Vanderbilt-Ingram Cancer Center, Nashville, TN; University of Texas, Medical Branch, Galveston, TX; Juravinski Cancer Centre, Hamilton, ON, Canada; Sunnybrook Health Sciences Centre, Odette Cancer Centre, Toronto, ON, Canada; Sir YK Pao Center for Cancer, Prince of Wales Hospital, The Chinese University of Hong Kong, Hong Kong, Hong Kong; S. Croce General Hospital, Cuneo, Italy; Amgen Inc., Thousand Oaks, CA

Zusammenfassung des Berichts

Panitumumab zusätzlich zur Bestrahlung und Chemotherapie ist nicht wirksam.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Der EGFR-Antikörper Cetuximab ist bei Kopf-Hals-Tumoren wirksam, entweder wenn man ihn zusätzlich zu einer Chemotherapie gibt oder zusätzlich zur Bestrahlung (dann aber ohne Chemotherapie). Panitumumab ist ein humanisierter Antikörper gegen EGFR.

Fragestellung der Studie

Es sollen die Wirksamkeit und die Sicherheit von Panitumumab bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen, die eine Erstlinien-Chemoradiotherapie erhalten, geprüft werden. Der primäre Endpunkt der Studie war lokoregionale Kontrolle nach 2 Jahren; sekundäre Endpunkte waren progressionsfreies Überleben, Gesamtüberleben, Sicherheit.

Art der Studie

Nicht verblindete, randomisierte Phase-II-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Nicht-vorbehandelte Patienten Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen (ausser Nasopharynx) im Stadium III, IVA und IV wurden 2:3 randomisiert zu:

  • CRT-Arm: Cisplatin 100 mg/m2 i.v. Tag 1, 22, 43 während der Bestrahlung (70 Gy) oder
  • CRT-P-Arm: Cisplatin 75 mg/m2 i.v. Tag 1, 22, 43 plus Panitumumab 9,0 mg/kg Tag 1, 22, 43 während der Bestrahlung (70 Gy).

Ergebnisse, Toxizität

  • 150 Patienten wurden behandelt (87 CRT-P, 63 CRT).
  • Das mittlere Alter war 57 Jahre (39-77).
  • Bei 99 der 150 Patienten war Gewebe verfügbar, 42% waren positiv für HPV (Humane Papillomviren).
2-Jahres-Ergebnisse CRT CRT-P p-Wert
Lokoregionale Kontrolle 68% 61% 0,31
Progressionsfreies Überleben 35% 40% 0,61
Todesfälle 24% 36% 0,12
  • Die Ergebnisse unterschieden sich nicht signifikant, ob der Tumor HPV-positiv oder -negativ war.
  • Grad-3-Toxizitäten oder höher ereigneten sich bei 85% der CRT-P- und bei 68% der CRT-Patienten.
  • Insbesondere Mukositis war mit 55% bei CRT-P-Patienten deutlich häufiger (24% bei CRT). Dadurch musste im CRT-P-Arm häufiger mit der Bestrahlung pausiert werden.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die Hinzunahme von Panitumumab zur etablierten Chemoradiotherapie hat die Wirksamkeit nicht verbessert, aber die Toxizität erhöht. Es gab einen nicht-signifikanten Trend, dass bei HPV-negativen Patienten die Chemoradiotherapie wirksamer war als bei HPV-positiven Patienten.

Kommentar / Beurteilung

Die Ergebnisse der CONCERT-1-Studie sind ähnlich der RTOG-0522-Studie aus dem letzten Jahr [Ang K 2011 ASCO Abstr. 5500].

Während ein EGFR-Antikörper zusätzlich zur alleinigen Bestrahlung oder zur alleinigen Chemotherapie (ohne Bestrahlung) wirksam ist, führt die Kombination aller drei Wirkprinzipien (Bestrahlung plus Chemotherapie plus EGFR-Antikörper) nicht zu mehr Wirkung, wohl aber zu mehr Nebenwirkungen. Während in der CONERT-1-Studie die Kombination von Panitumumab in der Erstlinie untersucht wird, prüft die SPECTRUM-Studie die Wirksamkeit von Panitumumab bei rezidivierten/metastasierten Kopf-Hals-Tumoren (siehe ONKODIN-Bericht zu ASCO Abstr. 5504) .

Dass HPV-positive Patienten weniger profitierten als HPV-negative ist eine interessante Beobachtung. Die RTOG-1016-Studie [ClinicalTrials.gov Identifier NCT01302834] wird genau diese Frage untersuchen.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. A. Matzdorff

Institution:

Klinik für Hämatologie und Onkologie, Caritasklinik St. Theresia, Rheinstraße 2, 66113 Saarbrücken

Letzte Änderung:

12.06.2012



Ergänzende Informationen:

Phase III Trial of Radiotherapy Plus Cetuximab Versus Chemoradiotherapy in HPV-Associated Oropharynx Cancer
Aktive Studie, Rekrutierung läuft (Stand: 06-2012)

Ergänzende Literaturreferenz/en:

  • Ang K, Zhang Q, Rosenthal DI, et al.
    A randomized phase III trial (RTOG 0522) of concurrent accelerated radiation plus cisplatin with or without cetuximab for stage III-IV head and neck squamous cell carcinomas (HNC).
    J Clin Oncol 29: 2011 (suppl; abstr 5500)
    [Abstract online]