Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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3 Behandlung von Zytostatikaparavasaten: Einleitung

Autor/en: M. de Wit, B. Katzmann
Letzte Änderung: 17.09.2014

Bei intravenöser Gabe einiger Zytostatika kann es durch ein Paravasat zu schwerwiegenden Gewebsnekrosen kommen (s. Tab. 3.1), die die Haut, subkutanes Gewebe, Nerven und Muskulatur schädigen können.

Grundsätzlich muss der Patient deshalb vor der Applikation des Zytostatikums über die potenzielle Gefahr eines Paravasates aufgeklärt werden. Auch nach erfolgter Infusion ist es sinnvoll, regelmäßige Kontrollen durchzuführen.

Angaben zur Inzidenz eines Extra- bzw. Paravasates liegen zwischen 0,1 und 1%, mit einem Maximum von 5% [Barlock AL 1979] [Cox K 1988] [Laughlin RA 1979]. Eine Veröffentlichung des MD Anderson Cancer Center über eine Serie mit empirischen Daten aus 40-60.000 Behandlungen nennt 44 Berichte über Paravasate. Zwölf dieser Fälle waren nach Gabe von Doxorubicin aufgetreten; 10 davon erforderten chirurgische Behandlung.

In den meisten Fällen erfordert ein Paravasat die Unterbrechung der Behandlung; in Einzelfällen ist eine stationäre Behandlung erforderlich.

Wenn auch deutlich seltener als bei peripher venösen Zugängen besteht ebenfalls bei zentral venösen Zugängen das Risiko eines Paravasates.

Nekrosen entstehen am häufigsten bei der Applikation konventioneller Anthrazykline, dem strukturverwandten Mitoxantron sowie bei Amsacrin, Vinkaalkaloiden, Dactinomycin und Mitomycin C [de Wit M 2013].

Tab. 3.1: Der Einsatz bestimmter Zytostatika kann mit einem unterschiedlichen Risiko für schwerwiegende Ulzerationen durch Paravasate verbunden sein, wenn keine adäquaten Interventionen eingeleitet werden, s. auch [de Wit M 2013].

Tab. 3.1: Gewebeschädigendes Potential der Substanzen

* gemäß Herstellerangaben
1 Geringere Gewebeschädigung von einigen Experten und in mehreren Veröffentlichungen angegeben.


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