Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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17 Fatigue - Prophylaxe und Therapie: Erhebung und Erfassung

Autor/en: H.-H. Flechtner, M. Köhler, J. U. Rüffer
Letzte Änderung: 04.04.2013

Wie auch für Lebensqualität kann für subjektiv wahrgenommene Fatigue eine Multidimensionalität angenommen werden. Übereinstimmend zeigen die empirischen Befunde, dass zumindest eine Dreiteilung in eine physische, eine affektive und eine kognitive Dimension sinnvoll erscheint. Die Frage der objektiven Parameter, bezogen auf die Leistungsfähigkeit zugrunde liegender Strukturen, wie z.B. Herz-Kreislauf-, Immun- und hämatopoetisches System, spielt hierfür zunächst keine Rolle. Wichtig scheint die Verknüpfung mit der subjektiven Erlebensseite, um damit die Erhebung von Fatigue in einen Zusammenhang mit der vom Patienten wahrgenommenen Befindlichkeit zu stellen.

Für die Erhebung subjektiv wahrgenommener Fatigue stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Üblicherweise handelt es sich um Fragebogenverfahren. Interviewverfahren sind in der Regel für die Anwendung innerhalb der klinischen Routine oder der quantitativen Forschung zu aufwändig und bleiben eine Domäne der qualitativen Untersuchung an wenigen Patienten. An Fragebogenverfahren steht mittlerweile eine Reihe von Erhebungsinstrumenten zur Verfügung. Dies betrifft Verfahren, die Fatigue als eine der Unterdimensionen von Lebensqualität verwenden, wie z.B. die 3-Item-Fatigue-Skala des EORTC (QLQ C-30) oder das Fatigue- und Anämiemodul des FACIT-/FACT-Fragebogensystems. Darüber hinaus stehen jedoch weitere spezifische eigenständige Verfahren zur Verfügung, wie z.B. der MFI (Multidimensional Fatigue Inventory), der FQ (Fatigue Questionnaire) oder das FAQ (Fatigue Assessment Questionnaire) sowie eine Reihe weiterer Verfahren (s. Tab. 17.2) [Schwartz A 2002].

Tab. 17.2: Erfassung von Fatigue mittels Fragebogenverfahren

Allgemeine Fragebogenverfahren (Auswahl)

  • EORTC QLQ C30 (European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire Core 30) (Fatigue-Subskala): 3 Items, 1 Skala
  • FACIT-F & FACT-An (Functional Assessment of Chronic Illness Therapy/ Functional Assessment of Cancer Therapy) (Fatigue- und Anämiemodul): 13 Items, 1 Skala

Spezielle Fragebogenverfahren (Auswahl)

  • MFI (Multidimensional Fatigue Inventory): 20 Items, 5 Skalen
  • FQ (Fatigue Questionnaire): 11 Items, 3 Skalen
  • FAQ (Fatigue Assessment Questionnaire): 22 Items, 3 Skalen
  • PFS (Piper Fatigue Scale): 40/20 Items, 3 Skalen

 

Diesen Verfahren ist gemeinsam, dass sie Fatigue meist nicht als ein unidimensionales Geschehen auffassen, sondern eine Subdimensionierung vornehmen. Beim MFI erfolgt dies z.B. anhand von 5 Unterdimensionen, welche physisches, allgemeines, mentales, motivationales und aktivitätsbezogenes Fatigue-Befinden differenzieren (s. Tab. 17.3) [Smets E 1995].

Tab. 17.3: Erfassung von Fatigue - Beispielitems

Allgemeine Fragebogenverfahren: EORTC QLQ C30, Skala "Fatigue"

 

Überhaupt nicht

Wenig

Mäßig

Sehr

Mussten Sie sich ausruhen?

1

2

3

4

Fühlten Sie sich schwach?

1

2

3

4

Waren Sie müde?

1

2

3

4

 

Spezielle Fragebogenverfahren: Multidimensional Fatigue Inventory (MFI), Skala "Allgemeine Fatigue"

 

Ja, das trifft zu.

 

Nein, das trifft nicht zu.

Ich fühle mich leistungsfähig.

1

2

3

4

5

Ich fühle mich müde.

1

2

3

4

5

Ich fühle mich ausgeruht.

1

2

3

4

5

Ich ermüde sehr schnell.

1

2

3

4

5


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