4.9 Radiotherapie zur Schmerzbehandlung: Definition und Problembezeichnung

Autor/en: P. Feyer, M. Steingräber
Letzte Änderung: 26.01.2015

Etwa 60% der Tumorpatienten erleiden in ihrem Krankheitsverlauf tumorbedingte Schmerzen. Diese werden zumeist medikamentös behandelt. Mehr als 40% der Schmerzpatienten sind analgetisch nicht adäquat behandelt und 36% der Patienten sind durch die Schmerzen in ihrer Lebensqualität trotz Schmerzmedikation erheblich beeinträchtigt. Eine Umfrage der RTOG (Radiation Therapy Oncology Group) aus dem Jahr 2000 kommt sogar zu dem Ergebnis, dass etwa 83% der befragten Ärzte in ihrer Praxis analgetisch inadäquat behandelte Schmerzpatienten sehen [Cleeland CS 2000].

Eine adäquate Schmerztherapie setzt voraus, dass alle analgetischen Therapiemöglichkeiten - auch die strahlentherapeutischen Möglichkeiten - in die Therapieplanung einbezogen werden. Die Linderung von Tumorschmerzen stellt einen ganz wesentlichen Aspekt in der Strahlentherapie dar. Wichtig sind eine sorgfältige Indikationsstellung, eine genaue lokale Bestimmung der Symptomursache und ein detaillierter Behandlungsplan. Durch eine individuell angepasste Einzel- und Gesamtdosis sowie unter Einsatz moderner Berechnungs- und Bestrahlungstechniken ist oft innerhalb weniger Tage eine lang anhaltende Besserung der Symptome möglich.

Im Weiteren soll näher auf folgende Fragen eingegangen werden: