Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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4.9 Radiotherapie zur Schmerzbehandlung: Wirksamkeit der Strahlentherapie als Schmerztherapie

Autor/en: P. Feyer, M. Steingräber
Letzte Änderung: 26.01.2015

Tumorschmerzen werden verursacht durch Tumorinfiltration oder Kompression schmerzsensibler Strukturen (s. Tab. 4.9.1).

Tab. 4.9.1: Mögliche Schmerzursachen

Ursache

Beispiel

Infiltration

Knochenmetastasen, Weichteilmetastasen

Kompression

Myelon, Nervenplexus

Ödem

Hirnmetastasen

Dehnung

Lebermetastasen

Eine palliative Strahlentherapie ist bei lokalisierten Tumorschmerzen indiziert, z.B. bei Knochen- oder Weichteilmetastasen, Hirnmetastasen, metastatisch bedingter Hepatosplenomegalie sowie Kompression des Rückenmarks oder peripherer Nerven.
Eine Strahlentherapie lindert meist erfolgreich lang anhaltende (Schmerz-)Symptome und ist dabei nicht auf die terminale Phase beschränkt.

Bei generalisierten Schmerzen, z.B. infolge einer disseminierten Knochenmetastasierung, können Großfeldbestrahlungen, wie die Halbkörperbestrahlung oder die Radioisotoptherapie, eingesetzt werden.

Die Strahlentherapie führt bei der Mehrzahl der Schmerzpatienten zu einer raschen, anhaltenden und zuverlässigen Schmerzlinderung und ist bei richtiger Indikationsstellung mit nur geringen Nebenwirkungen verbunden. Die klinische Ansprechrate liegt bei etwa 80% [Di Lorenzo G 2003] [Janjan N 2001] [Roos DE 2000] [Chow E 2000]. Nebenwirkungen beschränken sich vorwiegend auf die Grade 1 und 2 und sind passager. Zudem ist diese Strahlentherapie kostengünstig. Der therapeutische Effekt tritt weitgehend unabhängig von der Lokalisation sowie der Fraktionierung auf. Der analgetische Effekt hält mehrere Monate an, auch nach Reduktion oder Absetzen der Analgetika.

Die pathophysiologischen Mechanismen der Schmerzrückbildung unter Strahlentherapie sind nicht vollständig geklärt. Die Schmerzlinderung setzt keine komplette Tumorrückbildung voraus. Der analgetische Effekt der Strahlentherapie tritt bereits bei niedrigen Dosen ein und erreicht 2-4 Wochen nach Bestrahlungsabschluss sein Maximum. Zu diesem Zeitpunkt können die Analgetika reduziert werden. Die Dosis-Wirkungs-Beziehung ist in Abbildung 4.9.1 dargestellt.

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Abb. 4.9.1: Dosis-Wirkungs-Beziehung der Strahlentherapie bei der Indikation "Schmerztherapie".


Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation u. Sozialmedizin d. Deutschen Krebsgesellschaft e.V. [Mehr]
Nach wie vor online verfügbar: die noch nicht aktualisierten Kapitel des Buches "Supportiv- therapie bei malignen Erkrank- ungen", bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag", 2006. [Mehr]
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