Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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24 Osteoporose in der Onkologie: Knochen und Knochenmark - eine Funktionseinheit

Autor/en: R. Bartl
Letzte Änderung: 25.01.2006

Knochen und Knochenmark bilden eine strukturelle Einheit und sind in ihrer Funktion in hohem Maße voneinander abhängig. Beide Systeme machen etwa 20% des Körpergewichts aus, wobei der größere Gewichtsanteil (15% des Körpergewichts) auf das Knochengewebe entfällt. Das Knochenmark wiegt bei einem durchschnittlichen Erwachsenen etwa 1.600-3.700 g, vergleichbar mit dem Gewicht der Leber. Auf das "rote Knochenmark" entfallen etwa 1.000 g. Beim Erwachsenen zieht sich das Blut bildende Gewebe in das axiale Skelett zurück, das bevorzugt aus trabekulärem Knochen besteht. Die Markräume werden von einem ausgeklügelten System von Knochenbälkchen begrenzt, sie stehen aber untereinander über Versorgungseinrichtungen in Verbindung. Das Knochengerüst (Spongiosa) ist zur Hämatopoese hin mit einem flachen Zellverband (Endosteal lining cells) ausgekleidet. Die komplexe Funktionseinheit des Knochens/Knochenmarks setzt sich aus folgenden zellulären und geweblichen Bestandteilen zusammen, die für beide Systeme von Bedeutung sind:

  • Zellen der Hämatopoese (Stammzellen und ihre Zelllinien)
  • Stromazellen als Überwachungssystem der Hämatopoese und des Knochens
  • Bindegewebezellen zur Bildung der extrazellulären Matrix von Knochen und Knochenmark (Fibrozyten, Osteoblasten)
  • Fettzellen als Reserveraum und mit vielen anderen Funktionen versehen
  • Blutgefäßsystem zur Versorgung von Knochen und Knochenmark
  • Sinussystem mit der Funktion einer spezialisierten Knochenmark-Blut-Schranke
  • Zellen zur nervalen Versorgung von Knochen und Knochenmark
  • Knochenzellen, wobei die Osteoklasten hämatopoetischen Ursprungs sind und das zelluläre Bindeglied des Knochengewebes zur Hämatopoese bilden
  • Knochensubstanz, die aus Knochenmatrix und Mineralien besteht

Hämatopoese und Knochengewebe werden über systemische Hormone, lokale Zytokine und Signale sowie transkriptionale Faktoren in ihrer Funktion gesteuert und überwacht.

Bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag"
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