Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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5 Schmerztherapie bei Tumorerkrankungen: Einleitung

Autor/en: M. Kloke
Letzte Änderung: 25.01.2006

Akute und chronische Schmerzen sind ein wesentliches Symptom einer Tumorerkrankung. Ihr Einfluss auf alle Bereiche der Lebensqualität kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seit fast 20 Jahren gibt es zur Behandlung von Tumorschmerzen validierte Therapieoptionen mit einem Effektivitätsgrad von >90%. Trotzdem wird die Mehrzahl der Patienten in Deutschland noch völlig unzureichend behandelt. Leider wurde der Inhalt der Leitlinien zur Tumorschmerztherapie oft unzulässig auf die medikamentöse Therapie verkürzt und alle anderen Optionen der Schmerzpalliation - insbesondere die der tumorspezifischen Methoden, wie Bestrahlung, Operation und Chemo- oder Radioisotopentherapie - außer Acht gelassen. Auch darf der Beitrag nicht medikamentöser Maßnahmen zur Tumorschmerztherapie, wie Lymphdrainage, Verordnung von Prothesen und Orthesen, optimierte Lagerung, Massagen, Physiotherapie und nicht zuletzt psychotherapeutische Interventionen, keineswegs unterschätzt werden.

Gerade für den Schmerz des Krebskranken gilt das biopsychosoziale Modell, ist dieser Patient doch einer existenziellen Bedrohung durch die Krebserkrankung ausgesetzt (Stichwort: "Total Pain"). Aus diesen Gründen ist eine Tumorschmerztherapie lege artis unter Einbeziehung vieler Fachdisziplinen (Ärzte, Pfleger, Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Psychologen, Seelsorger) zu leisten und setzt die Einbindung des Patienten und seiner Familie voraus.
Dies impliziert deren Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkungen der Behandlung. Da der "Morphinmythos" trotz aller Bemühungen noch lebt, sollten auch Themen, wie und warum der Patient ein "Betäubungsmittelrezept" erhält, wenn er ein wirksames Schmerzmittel erhält, oder warum dieses aus dem "Giftschrank" kommt, offen angesprochen werden.

Bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag"
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