Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
SitemapSitemap  


12 Lymphödem: 12.5 Klinische Symptomatik und Stadieneinteilung

Autor/en: F. Bruns, C. Hadamitzky, J. Büntzel
Letzte Änderung: 14.09.2012

Das Lymphödem manifestiert sich in der Regel als schmerzlose Schwellung und zeigt normalerweise keine besondere Verfärbung. Das sekundäre Lymphödem breitet sich im Gegensatz zu den primären Formen meist deszendierend von der Achsel oder der Leiste nach kaudal aus. Häufig geht der Schwellung ein Schwere- und/oder Ermüdungsgefühl der betroffenen Extremität voraus (Latenzstadium). In Abhängigkeit vom klinischen Untersuchungsbefund und der Rückbildungstendenz des Lymphödems können klinisch mehrere Stadien definiert werden, anhand derer der erforderliche Therapieumfang abgeschätzt werden kann. Tab. 12.1 zeigt die von der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation empfohlene Stadieneinteilung des Lymphödems. Für epidemiologische Untersuchungen und zur Therapieverlaufsbeurteilung sollte wenn möglich ein validiertes Klassifikationssystem zur Stadieneinteilung des Lymphödems herangezogen werden, beispielsweise das von Miller [Miller A 1999]. Zusätzlich zu der Stadienangabe kann der Schweregrad des Lymphödems anhand der Umfangs- bzw. Volumendifferenz angegeben werden mit leicht (bis 3 cm beziehungsweise <20% Volumenzunahme), mäßig (3-5 cm beziehungsweise 20%-40% Volumenzunahme) oder ausgeprägt (>5 cm beziehungsweise >40% Volumenzunahme). Zu den typischen Komplikationen bei manifesten Lymphödem zählen die Einschränkung des Bewegungsumfangs der betroffenen Extremität, psychosoziale Probleme, Hautinfektionen (Cellulitis, Erysipel, Lymphangitis) sowie (sehr selten) das Auftreten eines Lymphangiosarkoms.

Tab. 12.1: Stadieneinteilung des Lymphödems (nach DGPMR)

Stadium

Untersuchungsbefunde

Rückbildungstendenz

0

Keine Schwellung, aber verminderte Transportkapazität der Lymphgefäße

(Latenzstadium)

I

Weiche, Dellen hinterlassende Schwellung

Bei Ruhe oder bei entsprech-
ender Lagerung reversibel

II

Schwer eindrückbare Verhärtung der Haut und des Subkutangewebes, Gewebe palpatorisch konsistenzvermehrt, Dekonturierung der Gliedmaße

Bei Ruhe oder bei entsprechender Lagerung irreversibel

III

Sklerosierung der Haut, trophische Störungen, z.T. monströse Umfangszunahme mit säulenförmiger Entstellung der Gliedmaße (Elephantiasis), häufig Komplikationen (z.B. Erysipel, Mykosen, Lymphfisteln, Hyperkeratosen)

Irreversibel; unbehandelt Fortschreiten der bindegewebigen Proliferation


Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation u. Sozialmedizin d. Deutschen Krebsgesellschaft e.V. [Mehr]
Nach wie vor online verfügbar: die noch nicht aktualisierten Kapitel des Buches "Supportiv- therapie bei malignen Erkrank- ungen", bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag", 2006. [Mehr]
Aktuelle Berichte vom 58th
ASH Annual Meeting 2016,
San Diego, Kalifornien, USA [Mehr]
2016 ASCO Annual Meeting - aktuelle Berichte. Dieser Service wird gefördert durch:
mehr 
[Mehr]