6.5 Substitution von Immunglobulinen: Definition und Problembeschreibung

Autor/en: M. Hensel
Letzte Änderung: 15.05.2012

Infektiöse Komplikationen sind der wichtigste Grund für Morbidität und Mortalität bei Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen, speziell bei Patienten mit chronischen lymphoproliferativen Erkrankungen wie die chronische lymphatische Leukämie (CLL) oder das multiple Myelom (MM). Die meisten dieser Patienten sind älter als 65 Jahre, sie haben im Vergleich zur gesunden Normalbevölkerung gleichen Alters wesentlich häufiger Infekte [Twomey JJ 1973] [Morrison VA 2010] [Young JH 2011]. Diese erhöhte Infektanfälligkeit ist Folge der gestörten Abwehrmechanismen sowie Resultat der chemotherapeutischen Behandlung.

Charakteristisch für Patienten mit CLL ist ein Defekt sowohl der humoralen als auch der zellulären Immunität. Einige der Abwehrschwäche zugrunde liegende Mechanismen versucht man gezielt zu behandeln, z.B. durch Wachstumsfaktoren, Impfungen, Immunglobulinsubstitution und Antibiotikaprophylaxe. Lediglich durch die Substitution des krankheitsassoziierten sekundären Antikörpermangels mit Immunglobulinpräparaten konnte bisher in prospektiven Studien eine Reduktion der Infektionsinzidenz nachgewiesen werden.