Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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6.5 Substitution von Immunglobulinen: Abschließende Empfehlung

Autor/en: M. Hensel
Letzte Änderung: 15.05.2012

Intravenöse Immunglobuline können bei Patienten mit lymphoproliferativen Erkrankungen zur Verhinderung von bakteriellen Infektionen ohne relevante Risiken eingesetzt werden. Die Wirksamkeit hinsichtlich der Reduktion lebensbedrohlicher und rezidivierender bakterieller Infektionen ist in mehreren Studien bewiesen worden. Entscheidend ist eine sorgfältige Patientenauswahl. Eine Substitution allein nach Maßgabe von Immunglobulinserumkonzentrationen ohne klinische Immundefekterkrankung ist nicht indiziert.

Die Bundesärztekammer definiert in ihren aktuellen den Leitlinien (4. überarbeitete und erweiterte Auflage 2008) ein klinisch relevantes Antikörpermangelsyndrom bei Vorliegen subnormaler Immunglobulin-Serumkonzentration (nach Definition der Mehrzahl der oben genannten Studien: <6 g/dl) und Auftreten von mindestens drei schweren bakteriellen Infektionen des Respirations-, Verdauungs- oder Urogenitaltraktes oder einer Sepsis pro Jahr. In diesem Fall rät die Bundesärztekammer bei Patienten mit CLL und multiplem Myelom mit dem höchsten Empfehlungsgrad und Level of Evidence (1A) zur Substitution. Die Leitlinien empfehlen eine intravenöse Dosierung von 0,2-0,4 g/kg KG alle 2-4 Wochen. Nach unseren eigenen Erfahrungen ist eine Dosierung von 15 g intravenös alle 4 Wochen bei der Mehrzahl der Patienten ausreichend. Für die subkutane Gabe wird laut Leitlinien eine Erhaltungsdosis von 0,1-0,15 g/kg KG wöchentlich empfohlen.


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