Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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22 Supportive Maßnahmen in der Rehabilitation Krebskranker: 22.1 Definition und Begriffsbestimmung

Autor/en: H. Delbrück, H.-H. Bartsch, J. Körber, C. Kerschgens
Letzte Änderung: 21.04.2013

Es bestehen zahlreiche Überschneidungen, aber auch Unterschiede von rehabilitativen, supportiven sowie palliativen Maßnahmen. Die Unterschiede (Tab. 1, 2) sind besonders in Deutschland relevant, weil hier - im Gegensatz zu beinahe allen internationalen Gesundheitssystemen - unterschiedliche Kostenträger und Leistungserbringer für rehabilitative, supportive und palliative Leistungen bei Krebspatienten zuständig sind.

Tab. 1: Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen der Rehabilitation mit der Palliation und der Supportivtherapie [Delbrück H 2003] [Delbrück H 2007] [Delbrück H 2011]

  • Die Rehabilitation befasst sich nicht mit der Erkrankung (wie die kurative Krebstherapie), sondern mit den Auswirkungen der Krebserkrankung und der Therapien. Dies hat sie gemeinsam mit der Supportivtherapie und der Palliativtherapie.
  • Die onkologische Rehabilitation ist - im Gegensatz zur kurativen und supportiven Therapie - holistisch orientiert. Die Palliation beansprucht zwar ebenfalls einen holistischen Ansatz; dieser beinhaltet jedoch keine beruflichen Zielsetzungen.
  • Die Rehabilitation hat nicht - wie die Supportivtherapie - die Lebensverlängerung, sondern ebenso wie die Palliation die Verbesserung der Lebensqualität zum Ziel.
  • Nachhaltiges Ziel ist die Partizipation des Krebskranken, die durch die langfristige Verbesserung der Funktionsfähigkeit erreicht werden soll.
  • Die Krebsrehabilitation beinhaltet - im Gegensatz zur Supportivtherapie - keine akutmedizinischen Interventionen.
  • Es besteht in der Rehabilitation kein Prioritätsunterschied zwischen körperlichen, psychischen, sozialen und beruflichen Einbußen, wohingegen in der Supportivmedizin körperliche Maßnahmen eindeutige Priorität haben.
  • Für die onkologische Rehabilitation gelten andere Evaluationskriterien als für die palliative und supportive Therapie. Die Symptomenkontrolle ist - im Gegensatz zur Palliation und Supportivtherapie - nur ein (kleiner) Teil der insgesamt eher auf Nachhaltigkeit ausgerichteten onkologischen Rehabilitation. Die Reha ist prospektiv orientiert.
  • Im Gegensatz zur Supportiv- und zur Palliativmedizin finanzieren, kontrollieren und evaluieren vorrangig die deutschen Rentenversicherungen die Struktur-, Prozess- und die Ergebnisqualität in der Krebsrehabilitation.
  • Voraussetzung für die Inanspruchnahme rehabilitativer Leistungen ist - im Gegensatz zur Palliativ- und Supportivmedizin - eine ausreichende Belastbarkeit.
  • Es bestehen unterschiedliche Voraussetzungen für Leistungen und Zugangswege für die Rehabilitation, für die Palliation und für die supportive Therapie.
  • Die gesetzlichen Grundlagen für Rehabilitationsmaßnahmen befinden sich in einem speziellen Gesetzbuch (SgB IX), die der Palliation und der supportiven Medizin ansatzweise im Sozialgesetzbuch V.
  • Auf Rehabilitation besteht ein gesetzlicher Anspruch.

Tab. 2: Ziele der Rehabilitation bei Krebskranken

  • Partizipation am öffentlichen Leben (SGB IX)
  • Verminderung der körperlichen, seelischen, sozialen, beruflichen Funktionsstörungen (ICF)
  • Verzögerung der Pflegebedürftigkeit, Verhinderung von vorgezogenen Renten, Verhinderung der Sozialhilfe

 


Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation u. Sozialmedizin d. Deutschen Krebsgesellschaft e.V. [Mehr]
Nach wie vor online verfügbar: die noch nicht aktualisierten Kapitel des Buches "Supportiv- therapie bei malignen Erkrank- ungen", bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag", 2006. [Mehr]
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2016 ASCO Annual Meeting - aktuelle Berichte. Dieser Service wird gefördert durch:
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