Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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16 Gonadotoxizität nach medikamentöser Therapie und Radiatio: Menopausale Beschwerden und Hormonersatztherapie

Autor/en: R. Dittrich, C. Bokemeyer, C. Kollmannsberger, L. Lotz, M.W. Beckmann
Letzte Änderung: 29.03.2013

Die Nebenwirkungen einer aggressiven Chemotherapie und/oder Radiotherapie können bei Patienten lang anhaltende Konsequenzen physischer und psychosozialer Art bewirken. Durch den Verlust der ovariellen Steroidhormonproduktion kann es zu vorzeitigen Wechseljahren, unter Umständen viele Jahre vor der physiologischen Menopause, kommen. Die vorzeitige Ovarialinsuffizienz führt zu vielen vegetativen und psychischen Symptomen wie Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlaflosigkeit, Gelenksschmerzen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsproblemen und Vergesslichkeit. Des weiteren klagen die betroffenen Frauen über körperliche Symptome wie vaginale Trockenheit, urogenitale Atrophie, Brustschmerzen, Abnahme des Hautturgors und der Knochendichte. Diese Symptome sind umso ausgeprägter, je jünger die betroffenen Patientinnen sind [Emsen LA 2003]. Die vorzeitige Ovarialinsuffizienz hat bei jüngeren Frauen einen langandauernden und irreversiblen Effekt auf die Lebensqualität. In Studien konnte gezeigt werden, dass bereits nach einem Jahr einer Chemotherapie-induzierten Amenorrhö der Verlust an Knochendichte zwischen 2,7 und 7,7% betrug [Vehmanen L 2001]. Daher ist bei Patientinnen, die unter menopausalen Beschwerden leiden, frühzeitig eine Hormonersatztherapie (HT) in Erwägung zu ziehen. Die Medikation unterscheidet sich dabei nicht von der Behandlung der prämaturen Menopause von nicht an Krebs erkrankten Frauen und richtet sich nach dem Grad der Beschwerden.

Die Datenlage zum Einsatz einer HT nach Krebs ist allerdings limitiert. Daher bedarf die HT einer ausführlichen Beratung der Patientin hinsichtlich einer Nutzen-Risiko-Abwägung. Frauen mit Brustkrebs sollten keine Hormonersatztherapie erhalten, da eine HT das Risiko für ein Rezidiv erhöht. Für diese Frauen können individuell alternative Behandlungsmethoden, wie in der S3-Leitlinie beschrieben, empfohlen werden. Das Risiko einer HT nach behandelten Endometrium-, Ovarial- oder kolorektalen Karzinomen ist bis dato noch nicht ausreichend untersucht und zu anderen Tumorentitäten können aufgrund fehlender Daten keine Aussagen gemacht werden [Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. 2009].


Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation u. Sozialmedizin d. Deutschen Krebsgesellschaft e.V. [Mehr]
Nach wie vor online verfügbar: die noch nicht aktualisierten Kapitel des Buches "Supportiv- therapie bei malignen Erkrank- ungen", bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag", 2006. [Mehr]
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