19 Palliativmedizinische Aspekte: Einleitung

Autor/en: M. Karthaus, H. Pohlmann
Letzte Änderung: 18.03.2013

Die Betreuung von Krebspatienten am Ende ihrer Erkrankung fand bis Ende der 1990er Jahre in Deutschland nur wenig Beachtung. Mit zunehmender Wahrnehmung und Anerkennung der Hospiz- und Palliativversorgung änderte sich dies seit einigen Jahren zunehmend. Der gesetzliche Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung besteht für Menschen am Ende des Lebens seit 2007. Er wird zunehmend umgesetzt. Palliativstationen, Hospize und Hospizvereine und eben spezialisierte ambulante Palliativteams sind in vielen Regionen auf- und ausgebaut worden. In vielen Ballungsgebieten bestehen bereits gute Palliativnetzwerke für die Mitbetreuung von Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, die genutzt werden können.

Kurative und palliativmedizinische Aspekte in der Tumortherapie stellen keine starren sektoralen Anteile einer Krankheit dar, sondern gehen bei einem großen Teil der Patienten fließend ineinander über. Die WHO empfiehlt diese Betrachtung schwerer Erkrankungen, wobei dies im angloamerikanischen Raum bereits weitgehend akzeptiert ist. In Studien wurde gezeigt, dass der frühe Einsatz von Palliativberatung und Begleitung (parallel zur Chemotherapie) die Lebensqualität verbessert. In einer Studie konnte dadurch sogar eine Lebensverlängerung nachgewiesen werden. (siehe Abb. 1 und 2).

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Abb. 1: Therapie bei Krebserkrankungen in Deutschland

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Abb. 2: Anzustrebende Versorgung Krebskranker