Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
SitemapSitemap  


20.2 Sport, Training und körperliche Aktivität: Körperliche Aktivität, Bewegung und Krebs

Autor/en: F.C. Dimeo, F.T. Baumann
Letzte Änderung: 19.09.2012

Die ersten Erfahrungen mit bewegungstherapeutischen Interventionen bei Patienten mit neoplastischen Erkrankungen reichen in Deutschland über 30 Jahre zurück. Im Sommer 1980 evaluierte Schüle als Erster bundesweit die Machbarkeit von körperlichen Aktivitäten bei Patienten mit gynäkologischen Tumoren. Aus dieser Erfahrung entstand in Köln schließlich die erste Krebssportgruppe [Schüle K 1983]. Diese Gruppen verfolgten vor allem eine Verbesserung der Stimmung, der sozialen Interaktion und des Wohlbefindens der Teilnehmerinnen und sollten außerdem eine Verbesserung der eingeschränkten Mobilität der oberen Extremitäten erreichen. Die Übungen waren jedoch ausdrücklich für Patientinnen mit Mammakarzinom konzipiert, die sich mehrere Monate bzw. Jahre nach Abschluss der Therapie in kompletter Remission befanden. Für Patienten mit anderen neoplastischen Erkrankungen gab es keine ähnlichen Initiativen. Zudem wurde es Patienten mit aktiver Erkrankung bzw. während der Behandlung zu diesem Zeitpunkt empfohlen, sich zu schonen und körperliche Anstrengungen zu vermeiden.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich jedoch die etablierte Meinung über die Effekte von körperlicher Aktivität bei Patienten mit neoplastischen Erkrankungen radikal geändert. Anfang der 1990er Jahre begannen mehrere Gruppen von Ärzten und Sportwissenschaftlern in Deutschland und in den USA, die Effekte von Sport und körperlicher Aktivität auf die Leistungsfähigkeit, den psychischen Zustand und die Lebensqualität onkologischer Patienten in verschiedenen Situationen zu evaluieren. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen belegen den positiven Effekt differenzierter Ausdauer- und Krafttrainingsprogramme bei verschiedenen Krebsentitäten mit jedoch sehr unterschiedlicher Evidenzbeurteilung. So sind sich die nationalen Expertenpanels in Nordamerika, Australien und Deutschland einig, dass körperliche Aktivität bei onkologischen Erkrankungen während und nach der Therapie durchführbar ist. Bewegungsprogramme können die körperliche Fitness, die muskuläre Kraft, das Fatiguesyndrom und die Lebensqualität positiv beeinflussen. Diese Effekte sind derzeit vor allem bei Brustkrebs, Prostatakrebs und hämatoonkologischen Erkrankungen zu beobachten [Schmitz K 2010] [Hayes S 2009] [Baumann F. 2009]. Die Befunde haben zu einem wachsenden Interesse an den Möglichkeiten der körperlichen Aktivität als supportive Maßnahme während der onkologischen Therapie und in der Rehabilitation von Patienten mit neoplastischen Erkrankungen geführt.


Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation u. Sozialmedizin d. Deutschen Krebsgesellschaft e.V. [Mehr]
Nach wie vor online verfügbar: die noch nicht aktualisierten Kapitel des Buches "Supportiv- therapie bei malignen Erkrank- ungen", bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag", 2006. [Mehr]
Aktuelle Berichte vom 58th
ASH Annual Meeting 2016,
San Diego, Kalifornien, USA [Mehr]
2016 ASCO Annual Meeting - aktuelle Berichte. Dieser Service wird gefördert durch:
mehr 
[Mehr]