14 Sonden: Definition, Beschreibung des Problems

Autor/en: D. Schwab, M. Steingräber
Letzte Änderung: 25.09.2014

Quantitative oder qualitative Mangelernährung (d.h. die Mangelversorgung an Mikro- und/oder Makro-Nährstoffen) ist bei zugrunde liegendem Tumorleiden häufig: Bei 40% aller Tumorpatienten liegt zum Zeitpunkt der Diagnosestellung eine Mangelernährung vor [Shike M 1996], abhängig vom Tumortyp zwischen 9% (Mamma-Karzinom) und 80% (Ösophagus-Karzinom) [Capra S 2001]. 20% aller Tumorpatienten versterben nicht am Tumorleiden, sondern an den Folgen der Mangelernährung [Ottery F 1994].

Mangelernährung bedeutet möglicherweise ein schlechteres Therapie-Ansprechen, eine höhere Komplikationsrate und eine schlechtere Gesamtprognose [Howard L 1993].

Der Nachweis der logischen Folgerung, dass Ernährungstherapie die Prognose bei Tumorleiden verbessert, konnte allerdings bislang nicht durchgehend geführt werden. Untersuchungen weisen jedoch auf eine Verbesserung der Lebensqualität hin [Howard L 1995] [Cozzaglio L 1997] [Schneider S 2000] und bilden damit eine weitere Rationale der Ernährungstherapie im supportiven Versorgungsnetz.

Da bereits orale Supplementation effektiv ist [Potter J 1998], sollte diese an erster Stelle der ernährungstherapeutischen Kaskade stehen und erst bei unzureichender Effektivität - aktuell oder perspektivisch - auf Sondenernährung übergegangen werden.