Supportive Therapie

Krebserkrankungen wie z.B. das Bronchialkarzinom, Mammkarzinom, Leukämien oder maligne Lymphome können mit verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten, oft auch multimodalen Verfahren behandelt werden. Diese krankheitsspezifische Therapie sollte aber immer durch eine symptomorientierte Begleittherapie unterstützt oder ergänzt werden. Außerdem müssen die Nebenwirkungen der Therapie prophylaktisch vermieden, gemildert oder behandelt werden. Ohne Supportivtherapie sind Chemotherapie, intensive Chemotherapie, Strahlentherapie oder Immuntherapie nicht möglich, sie ist vielmehr Voraussetzung für diese Behandlungsformen. Eine Hochdosistherapie mit Stammzelltransplantation ist nur möglich, wenn optimale Supportivmaßnahmen zur Verfügung stehen und angewendet werden.

Die supportive Therapie und Pflege der Patienten mit bösartigen Erkrankungen sind wesentliche Bestandteile der Krebsmedizin. Am häufigsten werden supportive Maßnahmen in der palliativen Versorgung Tumorkranker benötigt. In der Terminalphase sind sie oft die einzigen und daher wichtigsten Behandlungen der Patienten.

Trotz bemerkenswerter Fortschritte in der kurativen Therapie maligner Erkrankungen ist die Prognose der meisten Erwachsenen mit metastasierter Krebserkrankung ungünstig. Kann der Patient nicht geheilt werden, müssen die Therapieziele und die Therapiemodalitäten neu überdacht werden. In vielen Situationen steht dann die Supportivtherapie im Vordergrund oder ist gar die einzige Option. An den Therapiezielen der Kuration oder der Lebensverlängerung orientiert, kann man die Supportivmaßnahmen bei Krebspatienten einteilen in:

Bei Patienten mit metastasierten Krebserkrankungen sind die häufigsten Symptome Erschöpfung und Müdigkeit (Fatigue), Schmerzen, Appetitverlust, Mundtrockenheit, Völlegefühl, Atemnot, Gewichtsabnahme, Husten und Angst.
Bei der Chemotherapie treten als häufigste Nebenwirkungen Übelkeit und Erbrechen, Alopezie, ungewöhnliche Fatigue und Schwäche, verstärktes Wasserlassen, Diarrhoe, trockene Haut, Infektionen, Schlafstörungen, Stomatitis und Geschmacksveränderungen auf.

Die medizinische Seite klassifiziert diese verschiedenen Beschwerden und Symptome in Befunde und Diagnosen und versucht prophylaktische und therapeutische Maßnahmen zu entwickeln. Die Erleichterung der Behandlung durch spezielle Techniken wie intravenöse Portkatheter zählt zur Supportivtherapie.

Dementsprechend kann die supportive onkologische Therapie in verschiedene Aufgabenbereiche gegliedert werden, wie beispielsweise:

Ein wesentlicher Aspekt der Supportivtherapie ist das ganzheitliche Verständnis des Tumorkranken: D. h., der Patient sollte nicht nur als eine Person gesehen werden, deren Tumor sich vielleicht durch die Therapie verkleinert, sondern deren individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass die Behandlung maligner Erkrankungen nur dann effizient und sinnvoll sein kann, wenn supportive Maßnahmen adäquat, d. h. prophylaktisch und therapeutisch, eingesetzt werden. Supportive Maßnahmen gehören daher unverzichtbar zum onkologischen Behandlungskonzept.