Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Hinweise zum Management megaloblastärer Anämien

Autor/en: H. Heimpel
Letzte Änderung: 14.08.2003

Häufig gestellte Fragen

Frage: Kann die orale Gabe von Vitamin B12 in Verbindung mit Intrinsic Factor als Dauertherapie die parenterale Applikation ersetzen?
Antwort: Nein, da diese Applikationform zu viele Unsicherheiten bezüglich der Resorption in sich birgt!

Frage: Bringt die zusätzliche Gabe von Folsäure bei neuropsychiatrischen Komplikationen Vorteile?
Antwort: Nein! Nur Vitamin B12 kann diese Komplikation aufhalten und gelegentlich bessern.

Frage: Reicht die Gabe von 500 µg Hydroxycobalamin pro Halbjahr als Dauertherapie aus?
Antwort: Mit dieser Dosierung befinden sich Arzt und Patient auf der sicheren Seite, zumal von Vitamin B12 keine Nebenwirkungen bekannt sind.

Frage: Welche Indikation gibt es für die zahlreichen Kombinationen von Folsäure mit Cyanocobalamin oder anderen Vitaminen oder Spurenelementen?
Antwort: Aus hämatologischer Sicht keine. Auch die seitens der Hersteller geltend gemachten Erfolge bei Polyneuropathie und bei der Prophylaxe vaskulärer Ereignisse bei alten Menschen mit erhöhtem Homocysteinspiegel sind umstritten und unter normalen europäischen Ernährungsbedingungen nicht bewiesen. Die seltenen kombinierten Mangelzustände sind gezielt mit einzelnen Vitaminen zu substituieren.

Häufig gemachte Fehler

  • Noch heute wird Vitamin B12 und/oder Folsäure ohne Nachweis eines Mangels gelegentlich bei "Anämie" gegeben. Eine therapeutische Wirkung ist ohne Mangelzustand nicht zu erwarten. Bei seltenen Fällen mit unmittelbar behandlungsbedürftiger makrozytärer Anämie ist wie folgt vorzugehen: Serumabnahme zur Vitaminbestimmung, dann Cyanocobalamin i.m., Folsäure oral. Das weitere Vorgehen richtet sich dann nach dem Ergebnis der Analyse!
  • Bei neuropsychiatrischen Symptomen aufgrund eines Vitamin-B12-Mangels ist die alleinige Gabe von Folsäure kontraindiziert!
  • Die Gabe von Bluttransfusionen auch bei sehr niedrigem Hb und Hämatokrit zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ist in der Regel nicht indiziert. Nur bei vitaler Bedrohung des Patienten sind Transfusionen angezeigt. Vorher Blut zur Vitaminbestimmung abnehmen!
  • Bei erfolgreicher Erstbehandlung einer schweren megaloblastären Anämie wird die Serumkaliumkontrolle versäumt, mit möglicher Gefährdung durch eine passagere Hypokaliämie.
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