Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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beim Management der ITP

Autor/en: A. Matzdorff
Letzte Änderung: 15.03.2011

Häufige Fehler

Die Thrombozytenzahl wird nicht mit Citrat-Antikoagulans kontrolliert und dadurch die EDTA-induzierte Pseudothrombozytopenie übersehen.

Der Blutausstrich wird nicht durch einen in der Diagnostik von Thrombozytopenien erfahrenen Arzt selber angesehen.

Eine vergrößerte Milz und eine Lebererkrankungen werden nicht richtig diagnostisch eingeordnet.

Die Medikamentenanamnese ist lückenhaft. Patienten bewerten oft homöopathische, pflanzliche oder Vitaminpräparate nicht als Medikamente und geben sie bei der Anamnese nicht an. Alkohol wird in der Regel bei der ersten Befragung nicht genannt und muss gezielt angesprochen werden.

Die Therapie mit Steroiden wird allein an der Thrombozytenzahl ausgerichtet und zu lange durchgeführt.

Häufige Fragen

Können Impfungen eine ITP hervorrufen?

Akute ITP-Fälle in Assoziation mit Impfungen wurden beschrieben. Fälle von chronischer ITP sind jedoch so selten, dass es sich auch um zufällige Assoziationen handeln könnte.

Können Impfungen nach durchgemachter ITP einen Rückfall induzieren bzw. eine bestehende ITP verschlimmern?

Es gibt einzelne Berichte, dass Patienten, die früher eine ITP hatten und jetzt in Remission sind oder bei Patienten, die aktuell eine chronische ITP haben, durch eine Impfung einen Rückfall oder eine Verschlimmerung der Erkrankung erfahren [Kelton JG 1981]. Wenn aber keine Impfungen erfolgen und die Patienten dann z.B. an einer Grippe erkranken, besteht ebenfalls ein Risiko, dass diese Grippeinfektion eine Verminderung der Thrombozytenzahl herbeiführt. Es ist völlig offen, ob das ITP-Rezidivrisiko durch eine Impfung höher ist als durch die Infektion des ungeimpften Patienten. Deshalb sollten alle notwendigen Impfungen durchgeführt werden. Nur wenn die ITP ursprünglich nach einer Impfung aufgetreten war - solche Fälle wurden ganz selten beschrieben - dann sollten weitere Impfungen mit diesem oder anderen Impfstoffen, die ähnliche Bestandteile enthalten, vermieden werden.

Sind Verwandte von Patienten mit ITP besonders gefährdet?

Familiäre Häufungen wurden beschrieben [Rischewski JR 2006] [Sànchez-Fayos J 1994], sind jedoch extrem selten. Sind mehrere Mitglieder einer Familie betroffen, dann sollte zunächst eine familiäre Form der Thrombozytopenie ausgeschlossen werden. Auch das Wiskott-Aldrich-Syndrom ist erblich und kann eine Immunthrombozytopenie auslösen. Differenzialdiagnostisch muss bei mehreren betroffenen Mitgliedern einer Familie oder eines Haushaltes auch an nutritive Toxine (Alkohol, Chlorkohlenwasserstoffe, Pilzgifte, Blei etc.) gedacht werden. In aller Regel sind dann die Erythropoese, Granulopoese und Organe mitbetroffen (Leberwerte, Nierenwerte); die Unterscheidung von einer ITP ist so leicht möglich. Es gibt nach Kenntnis des Autors kein Toxin, dass eine isolierte Thrombozytopenie auslöst.

Literaturreferenzen:

  • Kelton JG, McDonald JWD, Barr RM, Walker I, Nicholson W, Neame PB, Hamid C, Wong TY, Hirsh J.
    The reversible binding of vinblastine to platelets: implications for therapy.
    Blood 1981;57:431-438. PMID:7459430
    [Medline]


  • Rischewski JR, Imbach P, Paulussen M, Kühne T.
    Idiopathic thrombocytopenic purpura (ITP): is there a genetic predisposition?
    Pediatr Blood Cancer 2006;47(5Suppl):678-680. PMID:16933243
    [Medline]


  • Sánchez Fayos J, Olavarría E, Román A, Cabello A, Soto C, Paniagua C.
    Idiopathic thrombocytopenic purpura in 5 members of a family.
    Sangre (Barc) 1994;39:215-217. PMID:7940053
    [Medline]


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