Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Nuklearmedizinische Therapie in der Onkologie: Radioimmuntherapie mit monoklonalen Antikörpern

Autor/en: H.-J. Biersack, H. Bender
Letzte Änderung: 11.05.2004

Mit dem Einsatz radioaktiv markierter monoklonaler Antikörper erschließt sich der Onkologie neben der diagnostischen Immunszintigraphie auch ein therapeutisches Anwendungsfeld. Hierzu werden die Antikörper bzw. deren Fragmente mit Beta-Strahlern, Alpha-Strahlern oder Auger-Elektronen-Emittern gekoppelt. Die am häufigsten verwendeten Isotope sind J-131, Y-90 und J-125, neuerdings auch Re-186.

Da bisher meist murine* Antikörper zum Einsatz kommen, ist die Bildung von humanen anti-murinen Antikörpern (HAMA) ein Problem. Zudem ist die Spezifität oft nicht ausreichend. Die größte Limitation stellt aber die Myeolosuppression dar, da fast immer ein Teil der Aktivität im RES des Knochenmarks abgelagert wird.

Sehr gute Erfolge wurden beim Lymphom unter Einsatz eines J-131 Anti-CD20 monoklonalen Antikörpers erzielt; die objektive Response-Rate in therapieresistenten Lymphmomen lag bei >70% [Hoefnagel CA 1998]. Auch wurden in einzelnen Zentren gute Erfolge bei kolorektalen Karzinomen nach Applikation von J-131 markierten CEA-Antikörpern beobachtet.
Die Einzeldosen liegen bei 3,7 GBq (100 mCi), die kumulative Dosis beträgt etwa 30 GBq (800 mCi).

Lokale Antikörper-Instillationen in die Resektionhöhle bei Hochgrad-Gliomen ergaben vielversprechende Ergebnisse [Bender H 1997]. Aber auch eine systemische Therapie (nach abgeschlossener Strahlentherapie) mit radioaktiv markierten monoklonalen Antikörpern, spezifisch für den EGF-Rezeptor, scheint zu einer Lebensverlängerung zu führen.

Seit März 2004 steht ein kommerziell erhältlicher CD20-Antikörper der Firma Schering (Ibritumomab-Tiuxetan) zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um einen Antikörper, der beim Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) eingesetzt wird. Die Markierung erfolgt mit dem Therapie-Isotop Y-90. Die Response-Rate betrug 80%, verglichen mit 56% bei alleiniger Anwendung eines nicht-radioaktiven Antikörpers.

*murin = Maus; monoklonale Antikörper (mAK) werden häufig noch in der Maus generiert.

 

Literaturreferenzen:

  • Bender H, Emrich JG, Eshelman J et al.
    External beam radiation enhanced antibody mediated radiocytotoxicity in human glioma cells in vitro.
    Anti Cancer Research 1997;17:1797-1802. PM:9179236
    [Medline]


  • Hoefnagel CA.
    Nuclear Medicine applications in oncology.
    Nucl Med Rev Cent East Eur 1998;1:50-57. PM:14601010
    [Medline]


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Radioimmuntherapie maligner Lymphome mit Ibritumomab-Tiuxetan