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IDH1-Mutationen finden sich in 9,3% bei der AML und sind mit einem Karyotyp der intermediären Risikogruppe sowie einer negativen Prognose assoziiert: eine Studie mit 999 Patienten
| Titel des Originals: |
IDH1 Mutations Are Detected in 9.3% of All AML and Are Strongly Associated with Intermediate Risk Karyotype and Unfavourable Prognosis: a Study of 999 Patients |
Abstract-Nr.: |
LBA 3
| Jahr: |
2009 |
Original im Internet: |
Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2009 114: LBA 3 |
Autor/en: |
Susanne Schnittger,
Claudia Haferlach, Madlen Ulke, Leyla Kaya, Tamara Weiss, Wolfgang Kern, and Torsten Haferlach
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Institution/en: |
MLL Munich Leukemia Laboratory, Munich, Germany |
Zusammenfassung des Berichts
IDH1-Mutationen finden sich in etwa 10% bei der AML und scheinen mit einer negativen Prognose besonders bei Patienten, die keine NPM1-Mutation aufweisen, assoziiert zu sein.
Bericht über die Inhalte der Studie
Begründung, Rationale
Das IDH1-Gen kodiert für das Enzym Isocitrat-Dehydrogenase (NADP+ im Rahmen des Citratzyklus der Atmungskette), wodurch die oxidative Decarboxylierung von Isocitrat zu Ketoglutarat katalysiert wird. Damit ist dieses Enzym ein Schlüsselenzym im Citratzyklus. Mutationen in diesem Gen treten häufig bei hochmalignen Gliomen auf und erst kürzlich konnten IDH1-Mutationen auch in 8,5% der AML mit normalem Karyotyp nachgewiesen werden [Mardis ER 2009].
Fragestellung der Studie
Um die Bedeutung von IDH1R132 (IDH1-Mutation) bei der AML eingehend zu untersuchen, wurden 999 gut molekular charakterisierte AML-Patienten analysiert.
Art der Studie
Retrospektive Analyse
Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode
Insgesamt wurden 999 AML-Patienten untersucht. Das mediane Alter lag bei 65,9 Jahren (17,1-93,3 Jahre); hiervon waren 833 de novo AML-Patienten, 122 Patienten mit AML nach MDS (s-AML) und 44 Patienten mit therapieassoziierter AML (t-AML).
Die Mutation wurde mit Hilfe eines Light-Cyclers analysiert und konsekutiv wurden die positiven Proben sequenziert. Der Karyotyp war bei allen Patienten verfügbar: 681 Patienten wiesen einen normalen Karyotyp auf und 318 zeigten chromosomale Aberrationen.
Ergebnisse, Toxizität
Insgesamt konnte bei 93 (9,3%) Patienten eine IDH1-Mutation nachgewiesen werden. Durch die Mutation an Position R132 kam es zu einem Austausch der zu erwartenden Aminosäure, wobei am häufigsten eine Änderung von Arginin zu Cystein auftrat.
Interessanterweise war die Inzidenz von IDH1-Mutationen bei de novo AML (9,6%) und s-AML-Patienten (9,0%) gleich, wohingegen eine IDH1-Mutation bei t-AML-Patienten (4,5%) seltener auftrat; wenngleich statistisch nicht signifikant.
Signifikant häufiger fand sich diese Mutation bei Frauen (57/463; 12,3%). Im Hinblick auf den Karyotyp war eine IDH1-Mutation am häufigsten bei Patienten mit normalem Karyotyp zu finden (10,1%) und in einem aberranten Karyotyp außerhalb von komplexen Veränderungen (<3 Aberrationen (7,5%)). Bei der "Core-binding-factor"-Leukämie sowie bei t(6;9), t(11q23), inv(3) und bei einem komplexen Karyotyp ließ sich diese Mutation nicht nachweisen.
Im Hinblick auf molekulare Aberrationen trat eine IDH1-Mutation signifikant häufiger im Zusammenhang mit einer NPM1-Mutation auf (p=0,02) sowie mit einer MLL-PTD (0,03), wohingegen die Verteilung bei FLT3-ITD-Mutationen und FLT3-Wildtyp gleich war.
Im Hinblick auf die Prognose konnte für IDH1-Mutationen ein signifikant negativer Effekt auf das ereignisfreie Überleben sowohl in der gesamten Kohorte als auch innerhalb der Gruppe von Patienten mit einem intermediären Karyotyp nachgewiesen werden. Ein kürzeres ereignisfreies Überleben konnte besonders bei Patienten mit einem normalen Karyoytyp in Abwesenheit einer NPM1-Mutation nachgewiesen werden, wohingegen bei einer NPM1-Mutation eine simultane IDH1-Mutation keinen Einfluss hatte.
Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation
IDH1-Mutationen lassen sich häufig bei der AML nachweisen und sind mit einer ungünstigen Prognose vergesellschaftet; insbesondere bei Patienten ohne begleitende NPM1-Mutation. IDH-Mutationen passen nicht in das grobe Raster der Mutationsklasse mit Mutationen der Klasse I und II.
Kommentar / Beurteilung
Autor des Berichts: |
Dr. med. Sabine Kayser, Dr. med. Richard F. Schlenk |
Institution: |
III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm |
Letzte Änderung: |
18.12.2009 |
Ergänzende Literaturreferenz/en:
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Mardis ER, Ding L, Dooling DJ, Larson DE, McLellan MD, Chen K, Koboldt DC, Fulton RS, Delehaunty KD, McGrath SD, Fulton LA, Locke DP, Magrini VJ, Abbott RM, Vickery TL, Reed JS, Robinson JS, Wylie T, Smith SM, Carmichael L, Eldred JM, Harris CC, Walker J, Peck JB, Du F, Dukes AF, Sanderson GE, Brummett AM, Clark E, McMichael JF, Meyer RJ, Schindler JK, Pohl CS, Wallis JW, Shi X, Lin L, Schmidt H, Tang Y, Haipek C, Wiechert ME, Ivy JV, Kalicki J, Elliott G, Ries RE, Payton JE, Westervelt P, Tomasson MH, Watson MA, Baty J, Heath S, Shannon WD, Nagarajan R, Link DC, Walter MJ, Graubert TA, DiPersio JF, Wilson RK, Ley TJ.
Recurring mutations found by sequencing an acute myeloid leukemia genome.
N Engl J Med. 2009 Sep 10;361(11):1058-66. PMID:19657110
[Medline]
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Herausgeber: Prof. Dr. H. Link
Herausgeberbeirat: Prof. Dr. P. Albers, Prof. Dr. R. Andreesen, Priv.-Doz. Dr. A. Böhme, Prof. Dr. C. Bokemeyer, Prof. Dr. U. Creutzig, Prof. Dr. G. Ehninger, Prof. Dr. M. Freund, Prof. Dr. C. Garbe,
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Prof. Dr. G. von Minckwitz
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