Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Langzeitbeobachtung von HCV-infizierten Patienten nach autologer oder allogener Stammzelltransplantation und Ergebnisse der antiviralen Therapie

Titel des Originals:

Long-Term Follow-up of HCV Infected Stem Cell Transplant Patients and Effects of Antiviral Therapy.

Abstract-Nr.:

1141

Jahr:

2009

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2009 114: Abstract 1141

Autor/en:

Per T. Ljungman, Anna Locasciulli, V. Gomez-Garcia de Soria, Albert N. Bekassy, Lorentz J. Brinch, Ildefonso Espigado, Augustin Ferrant, Ian M. Franklin, Joan O’Riordan, Monserrat Rovira, Peter J. Shaw, and Hermann Einsele

Institution/en:

Karolinska Universitiy Hospital Stockholm, Sweden; Pediatrics, San Camillo Hospital, Roma, Italy; Hematology, Hospital LaPrincesa, Madrid, Spain; Dept. of Pediatric Hem./Onc., University Hospital Lund, Lund, Sweden; Medical Department, The National Hospital, Oslo, Norway; Hospital Virgen del Rocio, Sevilla, Spain; Hematology, Cliniques Universitaires Saint-Luc, Brussels, Belgium; Snbts, University of Glasgow, Glasgow, England; Hematology, St James’s Hospital, Dublin, Ireland; Hematology, Hospital Clinic, Barcelona, Spain; Dept. of Oncology, The Children’s Hosp. at Westmead, Sydney, NSW, Australia; Medizinische Klinik II, University Hospital Würzburg for the Infectious Diseases Working Party of the EBMT, Würzburg, Germany

Zusammenfassung des Berichts

Patienten mit chronischer HCV-Infektion nach autologer oder allogener Stammzelltransplantation zeigen eine kumulative Inzidenz von schweren Leberkomplikationen (Tod an Leberversagen, Lebertransplantation, Leberzirrhose) von 7,6% nach 15 Jahren. Eine HCV-Therapie mit Inferferon +/- Ribavirin kann nach autologer und allogener Stammzelltransplantation sicher durchgeführt werden, die PCR-Konversionsrate zur Negativität liegt bei 40% vergleichbar mit der der gesunden Normalpopulation.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Die chronische Hepatitis-C-Virusinfektion ist eine bekannte Ursache schwerer Leberkomplikationen nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation.

Fragestellung der Studie

Prospektive Beobachtung von Patienten mit chronischer HCV-Infektion nach autologer oder allogener Stammzelltransplantation bezüglich ihres "Outcomes" sowie den Nebenwirkungen und der Effektivität einer antiviralen Therapie

Art der Studie

Prospektive Kohortenstudie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Patienten nach autologer oder allogener Stammzelltransplantation, die zumindest 6 Monate überlebten, wurden in die Studie nach Aufklärung aufgenommen, Follow-up-Daten wurden in 5-jährigen Intervallen erhoben.

Ergebnisse, Toxizität

134 Patienten nach allogener und 61 Patienten nach autologer Stammzelltransplantation wurden beobachtet, die mittlere Beobachtungszeit lag bei 16,3 Jahren. 33 Patienten verstarben, davon 7 an Leberkomplikationen. Die kumulative Inzidenz schwerer Leberkomplikationen (Tod an Leberversagen, Lebertransplantation, Leberzirrhose) betrug 7,6% nach 15 Jahren, 11,3% nach 20 Jahren.
Von 85 behandelten Patienten (Interferon +/- Rivaberin) zeigten 42 eine PCR-Konversion, 7 davon rezidivierten, 25 zeigten kein Ansprechen, unklarer PCR-Status bei 16. Die andauernde virologische Responserate wird mit 40% angegeben. Die antivirale Therapie war sicher, es trat keine Exazerbation einer akuten GvHD ("Graft-versus-Host-Disease") auf, es fanden sich geringere Leberkomplikationen bei Patienten nach antiviraler Therapie.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die HCV-Infektion ist mit einer andauernden Morbidität und Mortalität nach Stammzelltransplantation verbunden. Die antivirale Therapie scheint dieses Risiko zu vermindern und kann sicher nach autologer oder allogener Stammzelltransplantation durchgeführt werden.

Kommentar / Beurteilung

Eine chronische Hepatitis-C-Virusinfektion erhöht zwar das Risiko sowohl der autologen als auch der allogen Stammzelltransplantation, stellt aber keine Kontraindikation gegen ein Transplantationsverfahren dar.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Holger Hebart

Institution:

Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd, Zentrum für Innere Medizin, Wetzgauer Str. 85, 73557 Mutlangen

Letzte Änderung:

22.12.2009