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Biomarkeranalysen einer randomisierten Phase-III-Studie zur Erstlinientherapie mit Gefitinib versus Carboplatin/Paclitaxel (CP) bei nach klinischen Merkmalen ausgewählten Patienten mit fortgeschrittenem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) in Asien (IPASS)

Titel des Originals:

Biomarker analyses from a phase III, randomized, open-label, first-line study of gefitinib (G) versus carboplatin/paclitaxel (C/P) in clinically selected patients (pts) with advanced non-small cell lung cancer (NSCLC) in Asia (IPASS)

Abstract-Nr.:

8006

Jahr:

2009

Original im Internet:

J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 8006)

Autor/en:

M. Fukuoka, Y. Wu, S. Thongprasert, C. Yang, D. Chu, N. Saijo, C. Watkins, E. Duffield, A. Armour, T. Mok

Institution/en:

Kinki University School of Medicine, Osaka, Japan; Guangdong General Hospital, Guanzhou, China; Maharaj Nakorn Chiang Mai Hospital, Chiang Mai, Thailand; National Taiwan University Hospital, Taipei, Taiwan; Chinese Academy of Medical Sciences, Beijing, China; National Cancer Centre Hospital East, Chiba, Japan; AstraZeneca, Macclesfield, United Kingdom; The Chinese University of Hong Kong, Hong Kong, China

Zusammenfassung des Berichts

Der EGFR-Mutationsstatus war der bedeutendste prädiktive Biomarker bei asiatischen Nie/-Ex-Rauchern mit fortgeschrittenem NSCLC und zeigte ein signifikant verbessertes progressionsfreies Überleben und erhöhtes Ansprechen auf eine Erstlinientherapie mit Gefitinib im Vergleich zu einer platinhaltigen Chemotherapie.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Die IPASS-Studie, deren klinische Ergebnisse bereits auf dem ESMO 2008 vorgestellt wurden, zeigte eine Steigerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) durch eine Erstlinientherapie mit Gefitinib (G) versus einer Kombinationschemotherapie mit Carboplatin/Paclitaxel (CP) bei asiatischen NSCLC-Patienten (Nie- und ehemalige Wenig-Raucher) mit Stadium IIIB/IV. Es werden nun die Ergebnisse durch Biomarkeranalysen komplettiert erneut dargestellt.

Fragestellung der Studie

Identifikation von Subgruppen, die durch eine Gefitinib-Erstlinien-Therapie besonders profitieren könnten.

Art der Studie

Durchführung vorgeplanter Biomarkeranalysen bei einer randomisierten Phase-III-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Gewebeproben von 683 von 1217 eingeschlossenen Patienten wurden bezüglich PFS und Ansprechen auf die Therapie ("objektive response rate", ORR) analysiert. Der EGFR-Mutationsstatus (M) wurde bei 437 Patienten bestimmt. Die EGFR-Genkopie-Anzahl wurde bei 406 Patienten mittels "fluorescence in situ hybridization" (FISH) analysiert. Die Proteinexpression des EGFR konnte bei 365 Patienten immunohistochemisch bestimmt werden.

Ergebnisse, Toxizität

EGFR-Mutationsstatus:
60%/437 Patienten zeigten eine EGFR-Mutation (M+) und hatten bei Gefitinib-Therapie ein signifikant längeres PFS (Hazard-Ratio (HR) 0,48; 95%-Konfidenzintervall (KI) 0,36-0,64; p<0,0001), und höheres ORR (71,2% vs. 47,3%; p=0,0001). Patienten mit "wild-type"-EGFR (M-) hatten unter Gefitinib ein schlechteres PFS (HR 2,85; 95%-KI 2,05-3,98; p<0,0001) und geringere ORR (1,1% vs. 23,5%; p=0,04). Das Gesamtüberleben war in der aktuellen Analyse bei M+ und M- Patienten nicht signifkant verschieden. Patienten ohne bekannten Mutationsstatus zeigten ähnliche PFS und ORR wie die Gesamtpopulation.

EGFR-Genkopie-Anzahl (FISH):
61%/406 Patienten waren FISH positiv (FISH+) und hatten bei Gefitinib-Therapie ein signifikant längeres PFS (HR 0,66; 95%-KI 0,50-0,88; p=0,005). Der Therapievorteil für Gefitinib war auf ein deutlich besseres PFS der Patienten zurückzuführen, die ebenfalls eine Mutation zeigten (HR=0,48), während FISH+/M- ein schlechteren Verlauf unter Gefitinib zeigten (HR: 3,85). Patienten mit "wild-type"-EGFR (M-) hatten unter Geftinib ein schlechteres PFS (HR 1,24; 95%-KI 0,87-1,76; p=0,2368).

EGFR-Expression:
73%/365 zeigten eine EGFR-Expression. Das PFS war nicht signifkant abhängig von der Proteinexpression.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Der EGFR-Mutationsstatus war ein bedeutender prädiktiver Marker für das PFS und das Ansprechen auf eine Erstlinientherapie mit Gefitinib versus CP-Chemotherapie in dem klinisch selektionierten Kollektiv.

Kommentar / Beurteilung

Die Ergebnisse der asiatischen Studie scheinen auf europäische Patienten und Behandlung mit Erlotinib übertragbar. Der EGFR-Mutationsstatus war der stärkste prädiktive untersuchte Biomarker mit einem Vorteil für eine Gefitinib-Erstlinientherapie im Vergleich zu einer Kombinationschemotherapie. Eine entsprechende Zulassung vorausgesetzt sollten Patienten, bei denen eine EGFR-Mutation nachgewiesen wurde, vorzugsweise mit oralen EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren im Erstlinienansatz behandelt werden.


Autor des Berichts:

Dr. med. Niels Reinmuth

Institution:

Thoraxklinik Heidelberg, Amalienstr. 5, 69126 Heidelberg

Letzte Änderung:

08.06.2009


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