Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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CHFR-Methylierung als ein epigenetischer Marker für das Rezidivrisiko beim Kolonkarzinom

Titel des Originals:

CHFR methylation as an epigenetic marker for recurrence of colon cancer

Abstract-Nr.:

4043 *Highlight*

Jahr:

2009

Original im Internet:

J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 4043)

Autor/en:

M. Tanaka, S. Sethi, D. Li, G. Bland, S.R. Hamilton, J.L. Abbruzzese, C. Eng

Institution/en:

University of Texas M. D. Anderson Cancer Center, Houston, TX

Zusammenfassung des Berichts

Ein hoher Status an CHFR-Methylierung korreliert mit Lymphknotenmetastasierung, kürzerer rezidivfreier Überlebenszeit und kürzerer Gesamtüberlebenszeit.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Aktuell gibt es keinen epigenetischen prädiktiven Marker für das Rezidivrisiko oder das Gesamtüberleben beim Kolonkarzinom. Die Hypermethylierung bestimmter Promotor-Genregionen (ID4, MINT1, RECK und CHFR ("checkpoint with forkhead-associated and RING finger domains")) korreliert mit verminderter RNA-Synthese und Proteinexpression beim kolorektalen Karzinom.

Fragestellung der Studie

Besteht eine Korrelation zwischen Methylierungsstatus und den Endpunkten rezidivfreies Überleben und Gesamtüberleben beim Kolonkarzinom im Stadium II bzw. III?

Art der Studie

Korrelationsanalyse zwischen molekulargenetischen Befunden und Parametern der Überlebenszeit

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Mittels Pyrosequenzmethode wurden 64 Tumorgewebeproben untersucht, die in den Jahren 1999 bis 2007 von Patienten des "M.D. Anderson Cancer Centers" in Houston gewonnen wurden. Es wurde der DNA-Methylierungsstatus quantitativ untersucht. Diese Befunde wurden mit der Überlebenszeit (Kaplan-Meier) mittels "Log-rank"-Test-Univarianzanalyse und COX-Wahrscheinlichkeitsmodell korreliert.

Ergebnisse, Toxizität

Die Proben von 19 Patienten im Stadium II (30%) und 45 Patienten im Stadium III (70%) wurden untersucht. Das mediane Alter betrug 62,1 Jahre. Eine adjuvante Chemotherapie wurde bei 49 Patienten (77%) komplett durchgeführt. Nach einer medianen Nachuntersuchungszeit von 54,9 Monaten entwickelten 12 Patienten (19%) ein Rezidiv und 7 Patienten (11%) waren verstorben.
Der Methylierungsstatus von den Regionen ID4, MINT1 und RECK korrelierte nicht mit der rezidivfreien oder Gesamtüberlebenszeit. Ein hoher CHFR-Methylierungsstatus (42%) korrelierte mit signifikant kürzerem rezidivfreien und Gesamtüberleben (p=0,04 bzw. p=0,03) gegenüber den Gruppen mit negativem (38%) oder niedrigen (20%) Methylierungsstatus. Ein hoher CHFR-Methylierungsstatus war assoziiert mit einer N2-Metastasierung und rechtsseitiger Tumorlokalisation. Eine besonders schlechte Prognose hatten diejenigen Patienten mit Stadium T4 und hohem Methylierungsstatus.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Der Nachweis eines hohen Methylierungsstatus in der Promotorregion CHFR korreliert mit fortgeschrittener Lymphknotenmetastasierung, verkürzter rezidivfreier und Gesamtüberlebenszeit. Der Methylierungsstatus der CHFR-Region ist ein potenzieller epigenetischer Marker für das Rezidivrisiko und das Gesamtüberleben beim Kolonkarzinom.

Kommentar / Beurteilung

Die Bestimmung des Methylierungsstatus der CHFR-Promotorregion ist offenbar als Prognoseparameter beim Kolonkarzinom im Stadium II und III geeignet. Zukünftig sollten aber prädiktive Gensignaturen wegen ihrer Multivarianz eine größere Bedeutung für eine Risikostratifizierung des Kolonkarzinoms im Stadium II bzw. III haben [Glas AM 2009 ASCO Abstr. 4036]. Neben anderen möglichen Prognoseparametern (MSI-H, SMAD4, 18qLOH - s.a. [Tejpar S 2009 ASCO Abstr. 4001] und [Roth AD 2009 ASCO Abstr. 4002] ) könnte aber ein solcher Befund auch zu neuen Therapiemodalitäten, z.B. durch medikamentöse Beeinflussung des Methylierungsstatus, bei dieser Hochrisikogruppe führen.


Autor des Berichts:

Dr. med. Markus Klein

Institution:

Gemeinschaftspraxis f. Onkologie und Hämatologie, Medicum Facharztzentrum Wiesbaden GbR, Langenbeckplatz 2, 65189 Wiesbaden

Letzte Änderung:

12.06.2009


Ergänzende Literaturreferenz/en:

  • A.M. Glas, P. Roepman, R. Salazar, G. Capella, V. Moreno, J. Westerga, P.J. Kuppen, I. Simon, L.J. Van 't Veer, R. Tollenaar.
    Development and validation of a robust prognostic and predictive signature for colorectal cancer (CRC) patients.
    J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 4036)
    [Abstract online]


  • S. Tejpar, F. Bosman, M. Delorenzi, R. Fiocca, P. Yan, D. Klingbiel, D. Dietrich, E. Van Cutsem, R. Labianca, A. Roth.
    Microsatellite instability (MSI) in stage II and III colon cancer treated with 5FU-LV or 5FU-LV and irinotecan (PETACC 3-EORTC 40993-SAKK 60/00 trial).
    J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 4001)
    [Abstract online]


  • A.D. Roth, S. Tejpar, P. Yan, R. Fiocca, D. Dietrich, M. Delorenzi, R. Labianca, D. Cunningham, E. Van Cutsem, F. Bosman.
    Stage-specific prognostic value of molecular markers in colon cancer: Results of the translational study on the PETACC 3-EORTC 40993-SAKK 60-00 trial.
    J Clin Oncol 27:15s, 2009 (suppl; abstr 4002)
    [Abstract online]


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