Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
SitemapSitemap  


22 Ergotherapie bei onkologischen Erkrankungen: Allgemeine Zielsetzungen der Ergotherapie

Autor/en: M. Grewohl
Letzte Änderung: 25.01.2006

Das Wort "Ergotherapie" (früher Beschäftigungs- und Arbeitstherapie) stammt von dem griechischen Wort "ergein" und bedeutet arbeiten, tun, handeln. Das Ziel dieser Therapie ist die Herstellung oder der Erhalt verloren gegangener oder noch nicht vorhandener körperlicher, geistiger oder seelischer Funktionen. Dabei werden eine größtmögliche Selbstständigkeit und Unabhängigkeit des Patienten im täglichen Leben angestrebt. Der Mensch als Ganzes steht im Vordergrund. Bei allen Patienten wird mittels einer Befragung (z.B. nach dem Bieler Modell oder nach COPM, ICF, SF-36, Barthel-Index etc.) die Zielsetzung der höchsten Lebensqualität evaluiert. Dabei spielen die physischen, die psychischen und die sozialen Faktoren gleichwertige Rollen. Der Therapeut übernimmt die Zielsetzungen des Erkrankten und setzt darauf seinen Behandlungsschwerpunkt mit Einbezug notwendiger therapeutischer Maßnahmen.

Eine Auswahl körperlich motorischer Zielsetzungen beinhaltet:

  • Wiederherstellung oder Kompensation bei motorischen Ausfällen
  • Wiederherstellung der Körperwahrnehmung (nach Operationen)
  • Kompensation oder Wiederherstellung von Bewegungsmustern bei neurologischen Ausfällen oder nach chirurgischen Eingriffen
  • Ermöglichung von Lagewechsel (im Bett oder für den Transfer), evtl. mit Unterstützung der Angehörigen
  • Unterstützung der Schmerzreduktion (mittels z.B. kognitiver Verhaltenstherapie oder Instruktion zur Meditation)

Mögliche Zielsetzungen zur Verbesserung der Selbständigkeit in Aktivitäten des täglichen Lebens sind:

  • Instruktion und Hilfsmittelversorgung/-anpassung
  • Wohnungsanpassung und -einrichtung
  • berufliche Wiedereingliederung
  • Einüben alltäglicher Handlungsschritte, inklusive Handlungsplanung und -durchführung
  • Neurotraining bei Gedächtnisproblemen

Mögliche psychologische Zielsetzungen umfassen:

  • (Wieder-)Herstellung einer Tagesstruktur
  • Stärkung von Eigeninitiative und Stützung der Lebensmotivation
  • Aufbau von Selbstwertgefühl
  • psychologische Beratung zur Krankheitsverarbeitung
  • Förderung und Erhaltung der sozialen Interaktion

Dabei wird ersichtlich, wie breit gefächert die Ergotherapie ist und wie wichtig dabei der momentane Krankheitsverlauf und der Zustand des Patienten sind. So wird in der Rehabilitation zwischen stationärer und ambulanter Therapie unterschieden.

Sponsor
Die Publikationen dieser Rubrik werden gefördert durch:
mehr  AMGEN
2010 ASCO Annual Meeting - aktuelle Berichte. Dieser Service wird gefördert durch:
mehr 
[Mehr]
Aktuelle Berichte vom ASH Annual Meeting 2009, New Orleans, USA [Mehr]
Bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag"; Publikation als Buch: Deutscher Ärzte-Verlag  Deutscher Ärzte-Verlag
[Mehr]