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Ätiologie megaloblastärer Anämien
Die vier Hauptursachen der megaloblastären Anämie sind:
- Cobalamin(Vitamin-B12)-Mangel,
- Folsäuremangel,
- Medikamente, welche die Folsäureaufnahme hemmen und/oder den Folsäurestoffwechsel stören,
- Störungen des Folsäurestoffwechsels bei Neoplasien der Hämopoese.
| Ursachen des Cobalamin(Vitamin-B12)-Mangels | | Vermindertes Angebot | Unzureichende Ernährung: langzeitige streng vegetarische Kost | | Intestinaler Verbrauch | Bakterielle Überwucherung ("blind loop"-Syndrom), Befall durch Fischbandwurm | | Resorptionsstörung, selektiv für Cobalamin | Fehlen des Intrinsic-Faktors: Perniziöse Anämie, Gastrektomie, hereditär(Imerslund's Syndrom) | | Resorptionsstörung, nicht selektiv | Darmkrankheiten: M.Crohn, Zöliakie, Ileumresektion, Tropische Sprue, Lymphome im Ileum, Medikamente | | Verwertungsstörungen | Kongenitale Enzymdefekte, Fehlen von Transkobalamin II |
| Ursachen des Folsäuremangels | | Vermindertes Angebot | - Fehlernährung,
- Alkoholismus,
- Säuglinge von stillenden Müttern mit Fehlernährung.
| | Erhöhter Bedarf | - Schwangerschaft,
- Säuglingsalter,
- Hyperthyreose,
- chronische hämolytische Anämie,
- Malignome,
- exfoliative Dermatosen.
| | Resorptionsstörung, selektiv für Folsäure | - Sehr selten: Hereditäre Malabsorption
| | Resorptionsstörung, nicht selektiv | - Intestinale Kurzschlüsse durch Anastomosen,
- Tropische Sprue,
- Zöliakie,
- Antikonvulsiva und andere Medikamente.
| | Erhöhter Verlust | |
| Medikamente mit metabolischer Hemmwirkung | | Dihydrofolatreduktase | - Methotrexat,
- Pyrimethamin,
- Triamteren,
- Trimethoprim.
| | Purinsynthese | - 6-Mercaptopurin,
- 6-Thioguanin,
- Azathioprin,
- 5-Fluorouracil,
- Fludarabin.
| Desoxyribonukleotid- Synthese | - Hydroxyurea,
- Cytosin-Arabinosid
- Antivirale Medikamente.
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| Sonstiges | | Hereditäre Stoffwechselkrankheiten | - Lesch-Nyhan-Syndrom,
- Orotazidurie,
- Homocystinurie,
- thiaminresponsive megaloblastäre Anämie
| | Neoplasien der Hämopoese | - Megaloblastäre Veränderungen bei Myelodysplasie, bei akuter myeloischer Leukämie, vor allem Erythroleukämie (FAB M6)
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Pathogenese des Vitamin-B12- und Folsäuremangels
Siehe unter "Pathogenese".
Medikamente
Zytostika gehören zu den häufigsten Ursachen megaloblastärer Anämien!
Alle Purin- oder Pyrimidinantagonisten, sowie andere Zytostatika, welche die DNS-Synthese hemmen, führen zu megaloblastären Veränderungen im Knochenmark ohne oder mit Anämie. Sie verschwinden meist spontan nach Abschluss der Therapie. Da sie ein Ausdruck der erwünschten zytoreduktiven Wirkung sind, sind sie keine Indikation zur Gabe von Vitamin B12 oder Folsäure.
Eine Ausnahme bildet lediglich die Folinsäure (Leucovorin®)-Gabe nach Hochdosistherapie mit Methotrexat und bei der nichtgeplanten, durch Methotrexatüberdosierung bedingten hämopoetischen Insuffizienz, die z.B. aufgrund von Medikamenteninteraktion bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis vorkommt.
Trimethoprim führt nur in hoher Dosierung oder in Verbindung mit Pyrimethamin zur megaloblastären Anämie.
Andere Ursachen
Die biochemischen Störungen bei der Vielzahl der im frühen Kindesalter manifestierten seltenen angeborenen Enzymdefekte sind komplex und nur teilweise bekannt. Dasselbe gilt für die erworbenen megaloblastären Veränderungen bei hämatologischen Neoplasien.
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2010 ASCO Annual Meeting - aktuelle Berichte. Dieser Service wird gefördert durch:
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Aktuelle Berichte vom ASH Annual Meeting 2009, New Orleans, USA
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Herausgeber: Prof. Dr. H. Link
Herausgeberbeirat: Prof. Dr. P. Albers, Prof. Dr. R. Andreesen, Priv.-Doz. Dr. A. Böhme, Prof. Dr. C. Bokemeyer, Prof. Dr. U. Creutzig, Prof. Dr. G. Ehninger, Prof. Dr. M. Freund, Prof. Dr. C. Garbe,
Dr. N. Gökbuget, Prof. Dr. M. Hallek, Prof. Dr. J.T. Hartmann, Prof. Dr. R. Hehlmann, Prof. emerit. Dr. H. Heimpel, Prof. Dr. A. Hochhaus, Prof. Dr. K. Höffken, Dr. G. Hübner,
Prof. Dr. Th. Junginger, Priv.-Doz. Dr. U. Kaiser, Priv.-Doz. Dr. R. Kath, Prof. Dr. C.-H. Köhne, Prof. Dr. A. Matzdorff, Prof. Dr. R.-P. Müller, Prof. Dr. J. Preiß, Prof. Dr. H.-J. Schmoll,
Prof. Dr. G. von Minckwitz
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