Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Epidemiologie des kolorektalen Karzinoms

Autor/en: H.-J. Schmoll, D. Arnold, A. Lang, U. Graeven
Letzte Änderung: 22.05.2007

Häufigkeit

Karzinome des Kolons und des Rektums sind in Europa die häufigste Krebserkrankung, in den USA die vierthäufigste und in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung nach dem Prostatakarzinom beim Mann bzw. Mammakarzinom der Frau. Nach dem Bronchialkarzinom steht das Kolon- und Rektumkarzinom in Europa an der zweiten Stelle der Mortalitätsskala nach dem Lungenkarzinom mit 138 400 Toten jährlich (EU 2000) (CancerStats 2005).

Inzidenz

Die weltweite Inzidenz wird auf 1 Mio./Jahr geschätzt. Die Inzidenzen und Mortalitäten sind in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich:
In Teilen von Afrika, Indien, Israel und Südamerika ist die Inzidenz außerordentlich gering und bis zu 60fach geringer als z.B. in der japanischen Bevölkerung von Hawaii oder Los Angeles mit sehr hohen Inzidenzraten. Die Inzidenz steigt allerdings in Europa an und hat sich innerhalb von 20 Jahren verdoppelt; dies gilt auch für Länder mit starkem Wandel der Kulturbedingungen wie Neuseeland, Singapur etc.

Migrationsstudien haben gezeigt, dass innerhalb von einer Generation das Risikoprofil des Gastlandes erreicht wird (Japaner oder Chinesen nach Übersiedlung in die USA, Südeuropäer nach Übersiedlung nach Australien, Übersiedlung afrikanischer Juden nach Israel etc.). Dies gilt auch für das Gebiet der ehemaligen DDR, bei dem vor der Wende eine niedrigere Inzidenz berichtet war. Im Laufe von 10 Jahren scheint sich der Unterschied gegenüber Westdeutschland ausgeglichen zu haben.

In Deutschland beträgt die Inzidenzrate insgesamt je etwa 81 / 100 000 pro Jahr bei Männern und Frauen, die Mortalität nimmt allerdings reziprok stetig ab und liegt derzeit bei 34,0 für die Männer und 36,4 für Frauen.

Das Lebenszeitrisiko für einen Deutschen, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken, beträgt ca. 6% bzw. das Risiko, daran zu versterben 2,5-3%.

Altersverteilung

Der Häufigkeitsgipfel liegt um das 65. Lebensjahr mit einem steilen Anstieg ab dem 45. Lebensjahr. Die altersspezifische Inzidenz zeigt einen deutlichen Anstieg in den letzten Jahren in den meisten untersuchten Ländern für die mittlere bis höhere Altersgruppe von 35 Jahren an, bei überwiegend gleich bleibender Inzidenz für Menschen unter 35 Jahren. 70% der Diagnosen werden im Alter zwischen 50 und 80 Jahren gestellt.

Geschlechtsverteilung

Männer haben ein höheres Risiko als Frauen für das kolorektale Karzinom insgesamt; dies betrifft vor allem das Rektumkarzinom (Verhältnis 60:40).

Interdisziplinäre S3-Leitlinie 2004: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des kolo-
rektalen Karzinoms [Mehr]
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rektalen Karzinom: 2006, 2005, 2004
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