Morbus Hodgkin beim Erwachsenen: Definition

Autor/en: B. Klimm, K. Behringer, A. Engert
Letzte Änderung: 16.09.2004
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Abb. 1: Lymphknoten bei Morbus Hodgkin (HE-Färbung). Große, blastenförmige Tumorzellen mit hellem Karyoplasma und auffällig großen, intensiv gefärbten, basophilen Nukleoli. Die mehrkernige Variante der Hodgkin-Zellen wird als Sternberg-Riesenzelle oder Reed-Sternberg-Zelle bezeichnet.

Der Morbus Hodgkin ist ein malignes Lymphom, mit dem charakteristischen Merkmal relativ weniger aber typischer Tumorzellen in den befallenen Lymphknoten sowie einer bunten Zytologie durch Ansammlung reaktiver Lymphozyten, Eosinophilen, Histiozyten und Plasmazellen. Die Erkrankung wurde erstmals 1832 von Thomas Hodgkin beschrieben [Hodgkin T 1832]. Die Tumorzelle ist die mehrkernige Reed-Sternberg-Riesenzelle (Abb. 1), deren monoklonale Abstammung von Keimzentrums-B-Zellen inzwischen bekannt ist [Kuppers R 1998].

Im Frühstadium ist die Erkrankung in der Regel auf die Lymphknoten begrenzt; später überschreitet sie die Lymphknoten, so dass es zum systemischen Befall extralymphatischer Organe (vor allem Knochenmark, Leber und Lunge) kommt.

Die Therapie erfolgt streng risikoadaptiert nach einer umfassenden, exakten Diagnostik, um das klinische Stadium, d.h. die Ausbreitung der Erkrankung beim Patienten zu erfassen. Die Diagnose wird histopathologisch gestellt und erfordert aufgrund der geringen Anzahl an Tumorzellen ausreichendes Biopsiematerial.

Heutzutage werden frühe und intermediäre Stadien mit einer kombinierten Chemo- und Strahlentherapie und fortgeschrittene Stadien mit Chemotherapie und unterstützender Bestrahlung auf eventuelle Tumorreste behandelt. Mittels dieser Strategie können etwa 70-80% der Patienten endgültig geheilt werden.

Literaturreferenzen: