Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Therapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms: Palliative Strahlentherapie

Autor/en: A.C. Regierer, K. Possinger
Letzte Änderung: 17.10.2005

Eine palliative Strahlentherapie ist sinnvoll bei

  • nicht resektablem Primärtumor bei metastasierendem Mammakarzinom;
  • Lokalrezidiv;
  • Hautmetastasen;
  • Skelettmetastasen mit Schmerzsymptomatik oder Statikgefährdung (insbesondere bei drohender Querschnittslähmung);
  • Weichteilmetastasen mit anders nicht beherrschbarer Kompressions- oder Verdrängungssymptomatik;
  • spinalen Metastasen oder Metastasen mit Kompression des Rückenmarks;
  • Hirnmetastasen und Meningeosis carcinomatosa.

Spezielle Strahlentherapieindikationen: Skelettmetastasen

70-90% aller schmerzhaften Skelettmetastasen sprechen auf eine Strahlentherapie an. Dosierung und Fraktion richten sich nach der individuellen Prognose der Patientin und der betroffenen Skelettregion.
Ist die zu erwartende Überlebenszeit kurz, werden höhere Einzeldosen (5 Gy) in wenigen Fraktionen verabreicht. Bei zu erwartendem längerem Krankheitsverlauf werden konventionelle Fraktionen (2 Gy) bis zu einer Gesamtdosis von 40-50 Gy eingesetzt. Analgetischer Effekt und Skelettstabilisierung sind hierbei stärker ausgeprägt und länger anhaltend.
Bei starken Knochenschmerzen kann auch eine nuklearmedizinische Behandlung mit Rhenium-186 HEDP eingeleitet werden. Die therapeutische Effektivität dieser Maßnahme liegt nach einmaliger Gabe bei ca. 70%. Die Schmerzreduktion hält etwa 2 Monate an.

Spezielle Strahlentherapieindikationen: Hirnmetastasen

Während bei einer isolierten Hirnmetastase auch das operative Vorgehen erwogen werden muss, ist bei multipler Gehirnmetastasierung die Hirnbestrahlung die Behandlung der Wahl.
Die Bestrahlungsdosis liegt bei 30 Gy/2 Wochen bis 40 Gy/3-4 Wochen bei Einzeldosen von 2-3 Gy. Eine Aufsättigungsbestrahlung mit 10-15 Gy auf solitäre oder klinisch besonders bedeutsame Herde kann sinnvoll sein.

Zur Reduktion des Hirndruckes unter Strahlentherapie ist eine begleitende Kortikoidtherapie notwendig. Bei bereits vorbestrahlten Patientinnen mit zerebralen Rezidiven, in Einzelfällen auch primär, wird die stereotaktische Bestrahlung eingesetzt.

Radio(chemo)therapie bei lokal fortgeschrittenen und/oder primär metastasierten Tumoren

Lokal fortgeschrittene Tumoren können bei funktioneller oder technischer Inoperabilität (R0-Resektion nicht erreichbar) primär konservativ mit Radiotherapie (in Kombination mit einer Systemtherapie) behandelt werden (z.B. Tamoxifen plus Radiotherapie bei Patientinnen in höherem Lebensalter mit fortgeschrittenen hormonsensitiven Tumoren).
Außerdem ist ein solches lokales Vorgehen bei Patientinnen mit primärer Metastasierung möglich. Die Frage der zusätzlichen operativen Therapie nach einer definitiven Bestrahlung muss individuell geklärt werden. Die Dosis der Strahlentherapie beträgt ca. 50 Gy im Bereich der Lymphabflusswege und 50-60 Gy an der Brust.

Bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag"; Publikation als Buch: Deutscher Ärzte-Verlag  Deutscher Ärzte-Verlag
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