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Diagnostik maligner Mesotheliome

Autor/en: J.T. Hartmann, C. Bokemeyer
Letzte Änderung: 10.12.2002

Zur Diagnostik der benignen Mesotheliome siehe auch das Kapitel "Differenzialdiagnosen", der nichtpleuralen Mesotheliome das gleichnamige Kapiel.

Diffuses malignes Pleuramesotheliom

Ermittlung der Diagnose, Krankheitsausdehnung und des Tumorstadiums erfolgen mittels üblicher Verfahren wie Röntgen-Thorax, Sonographie, Bronchoskopie, CT-Thorax + Abdomen sowie selten Laparoskopie.

Es ist bei jedem invasiven diagnostischen Schritt zu bedenken, dass das Pleuramesotheliom die Tendenz hat, entlang von Punktions- und Schnittkanälen zu wachsen und Impfmetastasen zu setzen. Daher gilt:

Es sollten alle invasiven Schritte im gleichen Bereich der Thoraxwand durchgeführt werden, in dem später der chirurgische Eingriff erfolgt.

Diagnostische MethodeFür maligne Pleuramesotheliome typische Veränderungen
Röntgen-Thorax
  • Einseitiger Pleuraerguss.
  • Diffuse oder noduläre Pleuraverdickungen sowie
  • Verlagerung des Mediastinums zur befallenen Seite.
  • 66% der Mesotheliome liegen rechtsseitig, weniger als 5% kommen zum Zeitpunkt der Diagnose beidseitig vor.
  • Selten treten intrapulmonale Metastasen auf, häufiger Lymphknotenmetastasen.
  • Zeichen einer malignen Lymphangiosis oder einer Asbestose
  • Eine resultierende Skoliose mit Kontraktur des ipsilateralen Hemithorax ist häufig bereits in der Röntgenübersicht erkennbar.
Thoraxsonographie
  • Gute Darstellbarkeit von Pleuraergüssen.
  • Das Ausmaß des Primärtumors und der Invasion in benachbarte Strukturen ist deutlich besser als im konventionellen Röntgen zu erkennen.
  • Sonographisch gezielte Feinnadelbiopsien sind möglich, jedoch häufig falsch-negative Resultate.
Bronchoskopie
  • Aus differentialdiagnostischen Gründen notwendig, typischerweise sind zytologische und histologische Befunde negativ.
Computertomographie/ Magnetresonanz- tomographie
  • Zur Erfassung des Ausmaßes der Erkrankung und bei Vorliegen einer Behandlungsindikation ist eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie erforderlich.
  • NMR bietet keine wesentlichen Vorteile gegenüber CT.
  • Beide Verfahren zeigen den Verlust von Lungenvolumen deutlich früher im Vergleich zum Nativröntgen.
  • Obwohl 50-70% der Patienten die Anamnese einer Asbestose aufweisen, sind pleurale Plaques oder eine interstitielle Fibrose in nur 20% mit dem Nativröntgen, und bei etwa 50% der durchgeführten Computertomographien nachweisbar. In der Autopsie werden bei ca. 90% der Patienten pleurale Verkalkungen gefunden.
Ergusszytologie
  • Die Punktion der Pleuraergüsse ergibt Exsudate.
  • Eine durchgeführte Zytologie ist ebenfalls häufig negativ oder auch neben einem Mesotheliom mit anderen Malignomen vereinbar, so dass diese nur in 40-50% zur Diagnose führt.
  • Die üblichen Laboruntersuchungen sind meist negativ.
Biopsie
  • Bei geschlossener Pleurabiopsie erzielt man trotz wiederholter Examinationen häufig negative Ergebnisse, obwohl sich später bei der Operation ein aktiver Tumor herausstellt.
Thorakoskopie mit Biopsie
  • Endgültige Diagnosesicherung ist häufig nur über Thorakoskopie (oder Thorakotomie) möglich.
  • Invasive Methode mit der höchsten Sensitivität von über 80%.
  • Stets sind mehrere Biopsien von makroskopisch verdächtigen Stellen des gesamten Pleuraraums zu entnehmen.
  • Ermöglicht prätherapeutisch exakte Stadieneinteilung durch Beurteilung der Tumorinfiltration in umgebende anatomische Strukturen.
Zusätzliche Diagnostik vor geplanter Pleuropneumonektomie
  • EKG,
  • Echokardiographie,
  • Spirometrie,
  • Blutgasanalyse unter Belastung,
  • Lungenperfusionsszintigraphie,
  • in Zweifelsfällen: Rechtsherzkatheter ggf. mit Pulmonalisangiographie.
Mesotheliome_CT

Malignes Pleuramesotheliom, Thorax-CT nach i.v.-Kontrastmittelgabe
(Archiv Prof. C. Claussen, Radiologische Klinik, Eberhard-Karls-Universität Tübingen)

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