Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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9.2 Allogene Stammzelltransplantation bei MDS

Autor/en: F. Nolte, S. Klein, H.-J. Fricke, A. Fabarius, W.-K. Hofmann
Letzte Änderung: 30.05.2012

Die allogene Stammzelltransplantation (SZT) stellt das bisher einzige potenziell kurative Verfahren in der Behandlung der MDS dar. Mit der Verbesserung supportiver Maßnahmen bzw. einer Reduktion der Intensität der Konditionierung ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Indikation auch auf Patienten bis 70 Jahre zu erweitern. Trotzdem bleibt dieses Verfahren immer ein individuelles Vorgehen insbesondere bei Patienten >60 Jahre. Jeder geeignete MDS Patient sollte deshalb bei Diagnosestellung in einem Transplantationszentrum vorgestellt werden [Deeg HJ 2005].

In einer retrospektiven matched-pair-Analyse konnte gezeigt werden, dass MDS-Patienten, deren medianes Alter bei 65 lag, ein besseres Überleben nach allogene SZT zeigten als die Vergleichspatienten, die lediglich supportiv behandelt worden waren [Platzbecker 2009]. Dennoch stellen Patienten mit MDS und einem medianen Alter von 68 Jahren bzw. einer Reihe von altersspezifischen Begleiterkrankungen in der Regel nicht die idealen Kandidaten für eine allogene SZT dar.

Die zunehmende Etablierung sogenannter RIC-Protokolle (engl.: "reduced intensity conditioning") hat dazu beigetragen, die Toxizität der Konditionierungstherapien vor allogener SZT deutlich zu reduzieren, was seinen Niederschlag in der geringeren therapieassoziierten Mortalität bei diesen Patienten hatte. In einer erst kürzlich publizierten Arbeit von McClune konnte in einer großen retrospektiven Analyse von 1080 Patienten mit AML oder MDS, die einer RIC-alloSZT zugeführt worden waren, kein signifikanter Einfluss des Alters auf das Gesamtüberleben gezeigt werden (2-Jahresüberlebensraten von ca. 38% bei MDS-Patienten älter als 65 Jahre) [McClune BL 2010].

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