Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Signifikanz der Dynamik der minimalen Resterkrankung während der Transplantation bei erwachsenen Patienten mit akuter myeloischer Leukämie in morphologischer Remission, die eine myeloablative allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation erhalten

Titel des Originals:

Significance of Peri-Transplant Dynamics of Minimal Residual Disease (MRD) in Adults with Acute Myeloid Leukemia (AML) in Morphological Remission Undergoing Myeloablative Allogeneic Hematopoietic Cell Transplantation

Abstract-Nr.:

173

Jahr:

2015

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2015 126: Abstract 173

Autor/en:

Yi Zhou, MD, PhD1*, Daisuke Araki, MD2*, Megan Othus, PhD3*, Jerald P. Radich, MD4,5*, Anna B. Halpern, MD6*, Marco Mielcarek, MD4,7*, Elihu H. Estey, MD4,8*, Brent L. Wood, MD, PhD1*, Frederick R. Appelbaum, MD3,9* and Roland B. Walter, MD, PhD, MS4,10,11*

Institution/en:

1Department of Laboratory Medicine/Division of Hematopathology, University of Washington, Seattle, WA; 2Department of Medicine, University of Washington, Seattle, WA; 3Fred Hutchinson Cancer Research Center, Seattle, WA; 4Clinical Research Division, Fred Hutchinson Cancer Research Center, Seattle, WA; 5Department of Medicine/Division of Medical Oncology, University of Washington, Seattle, WA 6Hematology/Oncology Fellowship Program, University of Washington/Fred Hutchinson Cancer Research Center, Seattle, WA; 7Department of Medicine/ Division of Medical Oncology, University of Washington, Seattle, WA; 8Division of Hematology, University of Washington, Seattle, WA; 9University of Washington, Seattle, WA; 10Department of Medicine/Division of Hematology, University of Washington, Seattle, WA; 11Department of Epidemiology, University of Washington, Seattle, WA

Zusammenfassung des Berichts

Sehr gute Langzeitprognose für Patienten, die vor und nach allogener Stammzelltransplantation MRD-negativ sind. Ungünstige Prognose bei Patienten, die vor allogener Stammzelltransplantation MRD-positiv sind, auch wenn sie innerhalb von 28 Tagen nach allogener Stammzelltransplantation MRD-negativ werden. Vor allogener Stammzelltransplantation MRD-positive Patienten sollten aufgrund ihres hohen Rezidiv-Risikos eine präemptive Therapie erhalten.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Das Vorhandensein von minimaler Resterkrankung (MRD) zum Zeitpunkt der allogenen Stammzelltransplantation (allo-SZT) nach myeloablativer Konditionierung ist ein starker und unabhängiger Risikofaktor für ein Rezidiv und kürzeres Überleben bei Patienten mit AML in morphologisch kompletter Remission (CR). Über die prognostische Bedeutung der MRD-Dynamik während der Transplantation ist wenig bekannt.

Fragestellung der Studie

Retrospektive Auswertung von MRD-Messungen anhand der Multiparameter-Durchflusszytometrie (MFC) vor und während allo-SZT in Korrelation zum klinischen Verlauf.

Art der Studie

Retrospektive, Single-Center-Kohortenanalyse

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

  • Patienten: AML >18 Jahre in 1. oder 2. morphologischer CR/CRi unabhängig vom Vorhandensein von MRD; allo-SCT nach myeloablativer Konditionierung zwischen 2006 und 2014.
  • Untersuchungen: MRD-Messung mittels 10-Farben-MFC (MRD-positiv bei Abweichung von normaler Antigenexpression oder Antigenexpression von regenerierendem Knochenmark).
  • Untersuchungszeitpunkte: vor allo-SZT und nach allo-SZT 28±7 Tage.
  • Primärer Endpunkt: Gesamtüberleben.

Ergebnisse, Toxizität

  • Analyse von insgesamt 311 Patienten.
  • MRD-positiv zum Zeitpunkt der allo-SZT: n=76;
  • MRD-negativ zum Zeitpunkt der allo-SZT: n=234;
  • n=214 Patienten vor- und 28 Tage nach allo-SZT MRD negativ;
  • n=2 Patienten vor allo-SZT MRD-negativ und 28 Tage nach allo-SZT MRD-positiv;
  • n=49 Patienten vor allo-SZT MRD-positiv und 28 Tage nach allo?SZT MRD-negativ;
  • n=14 Patienten vor allo-SZT MRD-positiv und 28 Tage nach allo-SZT MRD-positiv.
  • Signifikant kürzeres 3-Jahres-Überleben nach allo-SZT bei Patienten, die 28-Tage nach allo-SZT MRD-positiv waren vs. denjenigen, die 28 Tage nach allo-SZT MRD-negativ waren: 26% vs. 73%; p<0,001.
  • Beide Patienten, die nach allo-SZT MRD-positiv wurden, starben innerhalb von 70 Tagen.
  • Patienten mit steigender MRD nach allo-SZT verstarben nach im Median 97 Tagen.
  • Exzellentes Outcome für Patienten, die sowohl vor als auch nach allo-SZT MRD-negativ waren mit 3-Jahres-Überleben von 76%.
  • Geringes Überleben von Patienten, die vor allo-SZT MRD-positiv waren, unabhängig vom MRD-Status nach allo-SZT.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Patienten, die vor und nach allo‐SZT MRD-negativ sind, haben eine sehr gute Langzeitprognose. Patienten, die vor allo-SZT MRD-positiv sind, haben eine ungünstige Prognose, auch wenn sie innerhalb von 28 Tagen nach allo-SZT MRD-negativ werden. Patienten, die vor allo-SZT MRD-positiv sind, sollten aufgrund ihres hohen Rezidiv-Risikos eine präemptive Therapie erhalten.

Kommentar / Beurteilung

Es zeigt sich ein dringender Bedarf an prospektiven Studien, die bei MRD-positiven Patienten therapeutische Strategien zur Beeinflussung der MRD vor Transplantation untersuchen. Idealerweise sollte vor allogener Stammzelltransplantation ein MRD-negativer Status erreicht werden.


Autor des Berichts:

Dr. med. Sabine Kayser

Institution:

Universitätsklinikum Heidelberg, Medizinische Klinik V (Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie), Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg

Letzte Änderung:

24.12.2015