Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Adoptiver Transfer von Wilms-Tumor-1(WT1)-spezifischen T-Zell-Rezeptor(TCR)-transduzierten Lymphozyten bei Patienten mit MDS und AML

Titel des Originals:

Adoptive Transfer of WT1-Specific TCR Gene-Transduced Lymphocytes in Patients with Myelodysplastic Syndrome and Acute Myeloid Leukemia

Abstract-Nr.:

97

Jahr:

2015

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2015 126: Abstract 97

Autor/en:

Isao Tawara, MD1, Masahiro Masuya, MD, PhD2, Shinichi Kageyama, MD, PhD3*, Tetsuya Nishida, MD, PhD4*, Seitaro Terakura, MD, PhD4*, Makoto Murata, MD, PhD4, Hiroshi Fujiwara, MD, PhD5, Yoshiki Akatsuka, MD, PhD6, Hiroaki Ikeda, MD, PhD3*, Yoshihiro Miyahara, MD, PhD3*, Daisuke Tomura, PhD7*, Ikuei Nukaya, PhD7*, Kazutoh Takesako, PhD7*, Nobuhiko Emi, MD, PhD8, Masaki Yasukawa, MD, PhD5, Naoyuki Katayama, MD, PhD2 and Hiroshi Shiku, MD, PhD3*

Institution/en:

1Department of Hematology and Oncology, Mie University Graduate School of Medicine, Tsu, Japan; 2Department of Hematology and Oncology, Mie University Graduate School of Medicine, Tsu, Mie, Japan; 3Department of Immuno-Gene Therapy, Mie University Graduate School of Medicine, Tsu, Japan; 4Department of Hematology and Oncology, Nagoya University Graduate School of Medicine, Nagoya, Japan; 5Department of Hematology, Clinical Immunology and Infectious disease, Ehime University Graduate School of Medicine, Toon, Japan; 6Division of Hematology, Fujita Health University, Toyoaka, Japan; 7Takara Bio Inc., Otsu, Japan; 8Division of Hematology, Fujita Health University, Toyoake, Japan

Zusammenfassung des Berichts

Die Gabe von genetisch modifizierten WT1-spezifischen T-Zellen bei rezidivierten und refraktären AML- und MDS-Patienten ist durchführbar und sicher.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Das Wilms-Tumor-1-Gen wird bei den meisten AML- und MDS-Patienten exprimiert bzw. überexprimiert. Eine Präsentation über spezifische HLA-Moleküle kann eine Immunreaktion von zytotoxischen T-Zellen auslösen. Es gibt bereits erste Untersuchungen zu mit einem WT1-spezifischen TCR-transduzierten T-Zellen. Problem der WT-spezifischen TCR ist u.a. die Fehlpaarung von Bestandteilen des exogenen mit dem endogenen TCR der Zelle, welche unkontrollierbare T-Zellspezifitäten und autoimmune Entzündungen zur Folge haben kann. Weiterhin persistieren die transduzierten T-Zellen meist nur sehr kurz im Körper des Empfängers.

Fragestellung der Studie

Sicherheit und Durchführbarkeit einer adoptiven Immuntherapie mit TCR-transduzierten WT1-spezifischen T-Zellen bei fortgeschrittenen MDS- und AML-Patienten.

Art der Studie

Offene, unizentrische Phase-I-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

  • Verwendung eines TCR-Konstrukts mit einer RNA-Interferenz-vermittelten Abschaltung der Expression des endogenen TCR
  • 2 geplante Gaben von ex-vivo transduzierten WT1-spezifischen T-Zellen im Abstand von 28 Tagen
  • Nach 2. Gabe zusätzlich Impfung mit WT1-Peptid

Ergebnisse, Toxizität

  • Aktuell 5 Patienten eingeschlossen (4 MDS, 1 AML).
  • Gabe von bis zu 1x109 T-Zellen wurde gut vertragen.
  • Keine schweren Nebenwirkungen, insbesondere keine Autoimmunerkrankungen beobachtet.
  • Die höchste Konzentration an WT1-spezifischen T-Zellen war zwischen Tag 1 und 3 nachweisbar - danach stetiger Abfall -, nach 4 Wochen kaum noch WT1-spezifische T-Zellen nachweisbar.
  • Peptidvakzinierung scheint keinen Einfluss auf Persistenz der WT1-spezifischen T-Zellen zu haben.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Eine Therapie mit WT1-spezifischen ex-vivo TCR-transduzierten autologen T-Zellen bei MDS- und AML-Patienten ist durchführbar und sicher.

Kommentar / Beurteilung

Die Studie zeigt wiederum, dass die zelluläre Immuntherapie Schritt für Schritt auch in der Behandlung des MDS Einzug hält. Das verwendete T-Zell-Rezeptor-Konstrukt ist interessant, da es die Gefahr von Nebenwirkungen durch Fehlpaarungen mit Ketten des endogenen TCR vermeidet. Problematisch erscheint die nur kurzfristige Persistenz der modifizierten T-Zellen im Körper der Patienten, die vermutlich an der nicht durchgeführten immunsuppressiven Konditionierung vor T-Zellgabe liegen dürfte.


Autor des Berichts:

Dr. med. Martin Wermke

Institution:

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden

Letzte Änderung:

21.12.2015