Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Die Bedeutung einer Erhaltungstherapie mit Thalidomid hängt von der biologischen Risikostratifikation ab

Titel des Originals:

The Impact of Thalidomide Maintenance Therapy Varies Dependent Upon Biological Risk Grouping

Abstract-Nr.:

199

Jahr:

2012

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2012 120: Abstract 199

Autor/en:

Annamaria Brioli, MD*,1, Fiona M Ross, DPhil3, Martin F Kaiser, MD1*, Charlotte Pawlyn, MD4*, Ping Wu, MBBS, MSc1*, Walter M Gregory, PhD5*, Roger G Owen, MD6, Graham H Jackson, MD7*, Michele Cavo, MD2*, Faith E. Davies, MD1 and Gareth J. Morgan, MD PhD1

Institution/en:

1 Haemato-Oncology Research Unit, Division of Molecular Pathology, The Institute of Cancer Research, London, United Kingdom; 2 Wessex Regional Genetics Lab., University of Southampton, Salisbury, United Kingdom; 3 Haemato-Oncology Research Unit, Institute of Cancer Research, Sutton, United Kingdom; 4 Clinical Trials Research Unit, University of Leeds, Leeds, United Kingdom; 5 St. James's Institute of Oncology, St James's University Hospital, Leeds, United Kingdom; 6 Department of Haematology, University of Newcastle, Newcastle Upon Tyne, United Kingdom; 7 Seragnoli Institute of Hematology, Bologna University School of Medicine, Bologna, Italy

Zusammenfassung des Berichts

Durch eine Erhaltungstherapie mit Thalidomid wird das progressionsfreie Überleben der Patienten mit einer biologisch günstigen Erkrankung (Standardrisiko und Hyperdiploidie) verbessert, jedoch ohne Verbesserung des Gesamtüberlebens.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Neuere Studien zeigten einen Vorteil für eine Erhaltungstherapie beim Multiplen Myelom, jedoch ist der Einfluss stark von der zugrunde liegenden Biologie der Erkrankung abhängig. Eine wesentliche Frage ist, ob durch eine Erhaltungstherapie auch der Verlauf von Erkrankungen mit hohem Progressionsrisiko beeinflusst werden kann. Nachfolgend die Untersuchungsergebnisse der MRC-IX-Studie in Abhängigkeit von den Risikofaktoren.

Fragestellung der Studie

Subgruppenanalyse genetische Risikofaktoren

Art der Studie

Randomisierte Phase-III-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Die Studie beinhaltete einen intensiven und einen nicht intensiven Behandlungsarm auf der Grundlage basierend, ob ein Patient für eine Hochdosistherapie geeignet war. Anschließend erfolgte eine Randomisation zu einer Erhaltungstherapie mit Thalidomid versus keine Erhaltungstherapie.

FISH-Ergebnisse für IgH-Mutation, +(1)(q21) und del(17)(p13) liegen für 368 Patienten vor. Die Patienten wurden charakterisiert, ob Sie ein Standardrisiko (SR) ein hohes Risiko (HR) oder ein ultrahohes Risiko (UHR) hatten; dies wurde dadurch festgelegt, ob sie mit FISH 0, 1 oder >1 der oben aufgeführten Veränderungen aufwiesen. Die biologischen Subtypen t(4;14), t(11;14) und Hyperdiploidie wurden gesondert betrachtet. Die del(13) war nicht prognostisch relevant und wurde nicht getrennt in der Analyse untersucht. Das progressionsfreie Überleben (PFS) sowie das Gesamtüberleben (OS) wurden vom Zeitpunkt der Randomisation zur Erhaltungstherapie betrachtet.

Ergebnisse, Toxizität

  Progressionsfreies Überleben (Monate) p-Wert Gesamtüberleben (Monate) p-Wert
  Thalidomid keine Therapie   Thalidomid keine Therapie  
SR 29,6 20,2 0,004 48,6 48,2 0,718
HR 11,7 13,4 0,904 29,6 44,7 0,022
UHR 6,5 6,7 0,475 23,5 26,8 0,612
  • In der Gesamtgruppe der Patienten liegen das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben für die mit Thalidomid behandelte Gruppe sowie die Patienten ohne Erhaltungstherapie bei 19,7 versus 14,7 Monaten (p=0,066) und 37,4 versus 42,9 Monate (p=0,168).
  • Verglichen mit dem Kontrollarm zeigen Patienten in der Standardrisikogruppe, die Thalidomid erhielten ein verlängertes PFS ohne Auswirkung auf das Gesamtüberleben.
  • In der HR-Gruppe zeigte sich keine Änderung des PFS, jedoch mit einer ungünstigen Beeinflussung des Gesamtüberlebens.
  • Die Patienten der UHR-Gruppe zeigten einen ungünstigen Verlauf, unabhängig ob eine Erhaltungstherapie gegeben wurde oder nicht.
  • Die deutlichste Verbesserung des progressionsfreien Überlebens durch die Erhaltungstherapie erfuhren die Patienten mit Hyperdiploidie, jedoch ohne Verbesserung des OS.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Durch eine Erhaltungstherapie mit Thalidomid wird das PFS der Patienten mit einer biologisch günstigen Erkrankung (SR und Hyperdiploidie) verbessert, jedoch ohne Verbesserung des Gesamtüberlebens.

Kommentar / Beurteilung

Diese Ergebnisse stimmen mit Daten anderer Studien überein, dass eine Erhaltungstherapie mit Thalidomid ungünstige biologische Merkmale nicht überwinden hilft.


Autor des Berichts:

Dr. med. Rolf Mahlberg

Institution:

Leiter des onkologischen Zentrums, Innere Medizin I, Mutterhaus der Borromäerinnen, Eldstr. 16, 54290 Trier

Letzte Änderung:

27.12.2012